Elisso Gogibedaschwili begeistert beim Violinfestival junger Meister

Orchesterkonzert Violinfestival mit Bodensee Philharmonie und drei Solistinnen.
Konstanz Ein Höhepunkt des Internationalen Violinfestivals junger Meister waren auch bei der zwölften Auflage die beiden Orchesterkonzerte mit der Bodensee Philharmonie Konstanz und drei hochkarätigen Solistinnen in Konstanz und Friedrichshafen. Das Festival leistet, was sich sonst kein Veranstalter leisten könnte: drei berühmte Konzerte en suite, die virtuose Solistinnen und Solisten voraussetzen. Fulminant war der Auftakt der Vorarlberger Geigerin Elisso Gogibedaschwili mit Alexander Glasunows spätromantischem Violinkonzert a-Moll op. 82. Im festlich glitzernden weinroten Etuikleid stand sie da, setzte seelenvoll, wie traumversunken mit schwermütig-slawischem Melos ein. Zart wie eine Feder strich ihr Bogen über die Saiten, weich eingebettet vom Orchester unter der Leitung von Dietger Holm. In atemloser Stille verfolgten die Zuhörer ihre atemberaubende Kadenz, ehe sie zuletzt in leidenschaftlichem Spiel zur farbenfrohen Jagd überging und in einem rasanten Feuerwerk orientalischer Effekte endete. Mit Bravi dankten die Zuhörer für die virtuose Leistung.
Die Magie des Anfangs
Es folgte die zwanzigjährige Münchnerin Maya Wiechert mit Jean Sibelius‘ Violinkonzert d-Moll op. 47. Auch dies ein Werk mit geigerischen Extremen, geprägt von Melancholie und Einsamkeit, von Naturkatastrophen und lieblichen Passagen bis hin zum entfesselten Finale. Von der Magie des Anfangs bis zum „Danse macabre“, der noch einmal brillantes Spiel verlangt, hat die Geigerin das sprödere Werk erleben lassen.

Zuletzt begeisterte die 21-jährige japanische Geigerin Sofia Smarandescu mit Peter Tschaikowskis berühmtem Violinkonzert D-Dur op. 35. Wie im Rausch floss ihr ebenso seelenvolles wie feuriges Spiel souverän dahin, auch bei ihr herrschte atemlose Stille bei der Kadenz. Trunken von berauschender Musik verließ man den Konzertsaal. Ein letzter Kammermusikabend im Rahmen des Violinfestivals findet am kommenden Donnertag, 16. April um 20 Uhr im Lindauer Stadttheater statt.
Christel Voith