Ein halbes Jahrhundert im Zeichen Franz Schuberts

Das Jubiläumsjahr ist in sechs Konzertperioden gegliedert, vier in Hohenems, zwei in Schwarzenberg.
Hohenems, Schwarzenberg Die Schubertiade feiert 2026 in Hohenems und Schwarzenberg ihr 50-jähriges Bestehen und blickt damit auf eine Entwicklung zurück, die ihresgleichen sucht. Was 1976 mit der von Hermann Prey begründeten Idee begann, die Werke Franz Schuberts „in einem kleinen Rahmen auf exemplarische Weise zur Aufführung zu bringen“, hat sich unter der Leitung von Gerd Nachbauer zu einem Festival von internationalem Rang entwickelt. Heute gilt die Schubertiade mit rund 35.000 Besuchern pro Jahr als weltweit größtes und renommiertestes Festival, das dem Werk Franz Schuberts gewidmet ist. Trotz ihrer internationalen Ausstrahlung hat sich die Schubertiade ihre besondere Identität bewahrt. Im Mittelpunkt stehen bis heute Liederabende, Klavierabende und Kammerkonzerte, ergänzt durch Werke von Schuberts Vorläufern, Zeitgenossen und Nachfolgern. Gerade diese Konzentration auf musikalische Substanz, verbunden mit einer Atmosphäre der Nähe, macht seit Jahrzehnten den besonderen Reiz des Festivals aus. Zugleich ist die Schubertiade auch ein Ort der Weitergabe geblieben, an dem neben etablierten Größen regelmäßig junge Künstlerinnen und Künstler vor einem kundigen Publikum auftreten.
49 Konzerte
Das Jubiläumsjahr 2026 gliedert sich in sechs Konzertperioden, vier in Hohenems und zwei in Schwarzenberg. In Hohenems wird von 29. April bis 3. Mai, von 29. bis 31. Mai, von 16. bis 19. Juli sowie von 1. bis 4. Oktober musiziert, in Schwarzenberg von 19. bis 24. Juni und von 21. bis 26. August. Insgesamt stehen 49 Veranstaltungen auf dem Programm: 22 Liederabende, acht Klavierabende, 18 Kammerkonzerte und ein Chorkonzert. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums lädt die Schubertiade zu einem besonderen Auftakt: der Rekonstruktion des Programms der ersten Schubertiade 1976. Vom 29. April bis 3. Mai 2026 wird in Hohenems in fünf Liederabenden, zwei Kammerkonzerten, einem Klavierabend sowie einem Chorkonzert genau jener „Strauß berühmter und bekannter Werke Schuberts“ aufgeführt, mit dem Hermann Prey die Schubertiade Hohenems 1976 erstmals der Öffentlichkeit präsentierte.

Auch darüber hinaus versammelt die Schubertiade 2026 eine eindrucksvolle Künstlerschar. Bei den Liederabenden sind unter anderem Nikola Hillebrand, Christiane Karg, Konstantin Krimmel, Mauro Peter, Christoph Prégardien, Julian Prégardien und André Schuen zu erleben. Klavierabende gestalten etwa David Fray, Marc-André Hamelin, Elisabeth Leonskaja, Igor Levit, Paul Lewis und Francesco Piemontesi. In den Kammerkonzerten treten unter anderem das Hagen Quartett, das Pavel Haas Quartett, das Minetti Quartett, Renaud Capuçon, Veronika Eberle, Julia Hagen und Jörg Widmann auf.
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Zu den zentralen Spielstätten zählen der Angelika-Kauffmann-Saal in Schwarzenberg und der Markus-Sittikus-Saal in Hohenems, die beide für ihre außergewöhnliche Akustik berühmt sind. Der Angelika-Kauffmann-Saal, eingebettet in die Landschaft des Bregenzerwaldes, wird von der internationalen Presse seit Jahren mit höchsten Prädikaten bedacht. Der Markus-Sittikus-Saal in Hohenems, in einer Gartenanlage gelegen und von der Schubertiade grundlegend renoviert, zählt ebenfalls zu den herausragenden Sälen für Lied und Kammermusik.

Dass die Schubertiade weit mehr ist als ein Festival, zeigt sich besonders in Hohenems. Dort dokumentieren mehrere Museen auf mehr als 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche nicht nur Leben und Wirkung Franz Schuberts, sondern auch die Geschichte großer Interpreten und musikhistorischer Zusammenhänge. So wird das Jubiläum 2026 nicht nur zur Feier einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte, sondern auch zu einem eindrucksvollen Bekenntnis zur bleibenden Kraft dieser einzigartigen Institution.