Ein Abend, der sich neu erfindet

Wolfgang Kogert übernimmt kurzfristig das Bregenzer Meisterkonzert in St. Gallus.
Bregenz Im Rahmen der Bregenzer Meisterkonzerte wird die Pfarrkirche St. Gallus am Freitag, 8. Mai, um 18.30 Uhr zum Resonanzraum eines besonderen Zusatzformats, das unter dem Titel „Klangbilder. Die Orgel im Fokus.“ die klangliche und stilistische Vielfalt des Instruments ins Zentrum rückt. Kurzfristig kommt es dabei zu einer Änderung der Besetzung, da der ursprünglich angekündigte Organist Jeremy Joseph krankheitsbedingt absagen musste. Mit Wolfgang Kogert konnte jedoch ein international gefragter Interpret gewonnen werden, dessen künstlerisches Profil dem Anspruch der Reihe in besonderer Weise entspricht.

Kogert, in Wien geboren, gilt als einer der vielseitigsten Organisten seiner Generation. Sein Repertoire reicht von der Musik des 14. Jahrhunderts bis in die unmittelbare Gegenwart, wobei er sich intensiv mit zeitgenössischen Positionen auseinandersetzt und mit Komponistinnen und Komponisten wie Friedrich Cerha, Younghi Pagh Paan, Beat Furrer oder Jean Pierre Leguay zusammenarbeitet. Als Solist konzertiert er mit renommierten Orchestern wie dem ORF Radio Symphonieorchester Wien oder den Wiener Symphonikern und ist regelmäßig bei internationalen Festivals zu Gast. Seine künstlerische Tätigkeit verbindet sich mit pädagogischem Engagement am Mozarteum Salzburg sowie mit seiner Funktion als Kustos der Orgel im Wiener RadioKulturhaus. Darüber hinaus wirkt er als Organist der Wiener Hofburgkapelle, wo er gemeinsam mit den Wiener Sängerknaben und Mitgliedern der Wiener Philharmoniker musiziert. Internationale Anerkennung erlangte er bereits früh mit dem ersten Preis beim Wettbewerb Musica Antiqua in Brügge.
Neues Programm
Das Programm des Abends wurde neu zusammengestellt und entfaltet einen weit gespannten musikalischen Bogen. Werke von Georg Muffat eröffnen den Abend mit barocker Klangpracht und struktureller Klarheit, gefolgt von ausgewählten Stücken aus György Kurtágs Sammlung „Játékok“, die in ihrer Verdichtung und klanglichen Reduktion eine ganz eigene poetische Welt erschließen. Den Abschluss bilden Werke Johann Sebastian Bachs, deren geistige Tiefe und kompositorische Meisterschaft die Orgel in ihrer ganzen Ausdruckskraft zur Geltung bringen.