Zwei Tage für den Indie-Pop

Das Dynamo Festival feiert sein zehnjähriges Bestehen mit My Ugly Clementine, Oskar Haag und vielen weiteren Acts.
Dornbirn Beim ersten Dynamo Festival vor zehn Jahren stand eine Band namens Wanda im Line-up, kurz bevor aus diesem Namen eine der großen Erfolgsgeschichten des österreichischen Pop werden sollte. Nun feiert das Dynamo Festival am Freitag, 29. und Samstag, 30. Mai sein zehnjähriges Bestehen, und auch wenn die Zeiten nicht einfacher geworden sind, bleibt der Geist derselbe: Musik, Begegnung, Entdeckungslust und jene heitere Offenheit, die ein Festival erst zu einem Festival macht. Das beliebte Opening am Parkdeck fällt diesmal dem Sparstift zum Opfer, sonst aber bleibt das Wesentliche unangetastet. Es wird weiterhin zwei Bühnen geben, eine drinnen, die andere an der frischen Luft, und es wird vor allem jene Mischung aus Neugier, Energie und guter Laune geben, die Dynamo seit seinen Anfängen prägt.

Zu den markantesten Namen gehören My Ugly Clementine, die 2019 von Sophie Lindinger gegründet wurden und längst zu den prägenden Bands der jüngeren österreichischen Indie-Rock-Szene zählen. Gemeinsam mit Mira Lu Kovacs und Nastasja Ronck entwickelt Lindinger einen Sound, der Garage-Rock, Indie und Pop mit feministischer Haltung, Selbstbestimmung und Empowerment verbindet. Schon die erste Single „Never Be Yours“ machte deutlich, dass hier keine gefällige Popband antrat, sondern eine Formation mit Direktheit, Drive und Haltung. Das Debütalbum „Vitamin C“ brachte der Band breite Aufmerksamkeit, einen Amadeus Austrian Music Award und internationale Beachtung.
Schub und Farbe
Auch Oskar Haag & Band stehen für eine neue Generation österreichischer Popmusik. Der 2005 in Klagenfurt geborene Singer-Songwriter wurde schon als Teenager als außergewöhnliches Talent wahrgenommen; sein Song „Stargazing“ erreichte 2021 Platz eins der FM4-Charts. Inzwischen ist aus dem früh gefeierten „Indie-Wunderwuzzi“ ein Künstler geworden, der seine fragile, melancholisch schimmernde Klangwelt zunehmend mit der Energie einer Band verbindet. Nach der EP „Field of Love“ richtet Haag den Blick bereits auf sein zweites Studioalbum „Lost Cause“, das für September 2026 angekündigt ist. Live gewinnt seine Musik an Kontur, Schub und Farbe, ohne ihre Zartheit zu verlieren.

Aus Vorarlberger Sicht besonders reizvoll ist der Auftritt von EFEU. Die sechsköpfige Band wurde 2022 gegründet, ihre Mitglieder stammen aus Vorarlberg und haben sich in Wien niedergelassen. Ihr Sound bewegt sich zwischen Indie-Rock, Gitarrendruck und Post-Punk-Anklängen. In den Songs geht es um Selbstzweifel, Aufbruch, Überforderung und den Wunsch nach Echtheit, doch EFEU bleibt nie im Grüblerischen stecken. Melancholie trifft auf Moshpit, Poesie auf Druck, Verletzlichkeit auf eine raue Lust am Losspielen. Nach EPs wie „Alle“ und „Kein Glanz“ erschien 2024 das Debütalbum „EGAL“, seither hat sich die Band als wuchtige Live-Formation profiliert.
Programm
Für Glamour, Exzentrik und Pop als Verwandlungskunst sorgt Ankathie Koi. Kathrin Isabella Beyer, aus Oberbayern stammend und seit vielen Jahren in Wien lebend, hat sich unter diesem Namen zu einer der eigenwilligsten Stimmen der Popmusik entwickelt. Synth-Pop, Achtzigerjahre-Glamour, New-Wave-Anklänge und theatralische Übertreibung verbinden sich bei ihr zu einer Show, die Konzert, Performance und Popereignis zugleich ist.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Am Freitag spielen Tight Ships um 17.30 Uhr, Cava um 18.30 Uhr, Soft Loft um 19.30 Uhr, Oskar Haag & Band um 20.45 Uhr und My Ugly Clementine um 22.30 Uhr. Am Samstag folgen Hyperdog um 17.30 Uhr, Baits um 18 Uhr, Jo The Man The Music um 19 Uhr, EFEU um 20.15 Uhr, SALO um 21.45 Uhr und Ankathie Koi um 23.30 Uhr.