Ein Tag, neun Museen

Wälder Museumstag zeigt kulturelle Vielfalt im Zeichen von „Sehen und Staunen.
Schwarzach Kommenden Sonntag, 17. Mai, verwandelt sich der Bregenzerwald erneut in eine weitläufige Bühne für Geschichte, Handwerk und Kunst: Der Wälder Museumstag lädt von 10 bis 17 Uhr dazu ein, die Region in ihrer kulturellen Breite neu zu entdecken. Unter dem gemeinsamen Motto „Sehen und Staunen“ öffnen neun Museen und Ausstellungshäuser ihre Türen und geben Einblicke in eine lebendige Museumslandschaft, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verknüpft.

Insgesamt 14 Einrichtungen tragen das Netzwerk, neun davon beteiligen sich in diesem Jahr aktiv am Museumstag und gestalten ein Programm, das bewusst auf Vielfalt setzt. Es geht nicht nur um das Bewahren von Objekten, vielmehr um das Erzählen von Geschichten. Besucherinnen und Besucher begegnen Biografien, erleben handwerkliche Präzision und entdecken künstlerische Positionen, die tief in der Region verwurzelt sind und zugleich darüber hinausweisen.
Bettgeschichten und Handwerkstradition
Zu den teilnehmenden Häusern zählen die Juppenwerkstatt in Riefensberg, der Werkraum Bregenzerwald in Andelsbuch, das Angelika Kauffmann Museum in Schwarzenberg, das Barockbaumeistermuseum in Au, das Museum Bezau, die Bregenzerwaldbahn Museumsbahn in Bezau, das Frauenmuseum Hittisau, das Egg Museum sowie Heris Säge in Schoppernau. Jedes Haus setzt eigene Akzente und bietet Sonderführungen, Ausstellungen oder performative Formate.

In der Juppenwerkstatt ist die Ausstellung „Ich geh’ sticken“ zu sehen, die traditionelle Handarbeit mit zeitgenössischer künstlerischer Handschrift verbindet. Neben Arbeiten von Barbara Natter-Stülz präsentiert die junge Bregenzerwälder Künstlerin Katharina Böhler unter dem Namen Friedl ihre Serie „Bettgeschichten“, in der Lebensabschnitte auf bestickten Daunendecken sichtbar werden.

Das Frauenmuseum Hittisau bietet um 10 und 15 Uhr kostenlose Kurzführungen an. Im Angelika Kauffmann Museum steht die Ausstellung „Erlesen. Angelika Kauffmann und die Literatur“ im Mittelpunkt. Im Barockbaumeistermuseum in Au finden öffentliche Führungen statt, zudem kann eine neue Sonderausstellung samt Skulptur bereits vor ihrer offiziellen Eröffnung besichtigt werden.
Niederschwelliger Zugang zur Kultur
Der Werkraum Bregenzerwald zeigt weiterhin die Ausstellung „unplugged – die Kraft der Holzverbindungen“, die bis Ende August verlängert wurde. In Heris Säge verbindet sich Technikgeschichte mit Musik, wenn eine Matinee erklingt und das Schausägen regelmäßig Einblicke in historische Arbeitsweisen gibt.

Im Museum Bezau bringen die „Wölfe-Teens“ des Theatervereins Bizau Gedichte von Gebhard Wölfle auf die Bühne und schlagen damit eine Brücke zwischen Literatur und regionaler Erinnerung. Das Egg Museum widmet sich mit „Schellenklang Episode 2“ den Klanglandschaften Vorarlbergs.

Ein zentrales Element des Museumstags ist die niederschwellige Zugänglichkeit. Mit einer Kombikarte um zehn Euro können drei Museen besucht werden, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre erhalten freien Eintritt. Tickets sind direkt bei den teilnehmenden Häusern erhältlich.

Wenn Museen ihre Türen öffnen, entsteht mehr als ein Rundgang: Es ist eine Begegnung mit Lebensgeschichten, mit dem Alltag früherer Generationen und mit kulturellen Ausdrucksformen, die bis in die Gegenwart wirken. Der Wälder Museumstag lädt dazu ein, genau hinzusehen und die vielschichtigen kulturellen Ebenen des Bregenzerwaldes bewusst wahrzunehmen. Ein Tag, der Bekanntes neu erscheinen lässt und den Blick für das Unbekannte schärft.