Frühlingsmatinee mit italienischer Klangreise

Orchesterverein Götzis: Samstag Kinderprogramm, Sonntag Konzert in der Kulturbühne Ambach.
Götzis Unter dem Motto „Viva Italia!“ lädt der Orchesterverein Götzis am Sonntag, 31. Mai, um 11 Uhr zur Frühlingsmatinee in die Kulturbühne Ambach. Italien ist in diesem Programm weniger geografischer Ort als musikalische Idee: ein Klangraum, in dem Formbewusstsein, Gesanglichkeit, Eleganz und tänzerischer Schwung einander begegnen. Die musikalische Leitung übernimmt Reiner Schuhenn, einer der bekanntesten Chorpädagogen und Dirigenten Deutschlands.
Eröffnet wird die Matinee mit Corellis Concerto grosso D-Dur, das in jene Barockwelt führt, in der Musik durch Maß, Klarheit und innere Ordnung wirkt. Mit Giacomo Puccinis „Crisantemi“ öffnet sich eine andere Seite italienischer Musik. Das kurze Streichquartett entstand 1890 als Trauermusik für Amedeo di Savoia, den Herzog von Aosta. Puccini, dessen Name vor allem mit der Oper verbunden ist, zeigt sich hier als Meister konzentrierter kammermusikalischer Aussage. In wenigen Minuten entsteht ein dunkler, gesammelter Nachruf, der ohne große Geste auskommt und doch jene Ausdruckskraft besitzt, die seine Musik unverwechselbar macht.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Einen stillen Gegenpol setzt Arvo Pärt mit „Festina lente“. Der lateinische Titel bedeutet „Eile langsam“ und beschreibt ein musikalisches Prinzip, das Bewegung und Innehalten miteinander verschränkt. Pärts Musik scheint nicht vorwärtszudrängen, vielmehr Zeit selbst hörbar zu machen. Zwischen Einfachheit, Strenge und spiritueller Konzentration entsteht ein Klangbild, das die italienische Programmatik nicht verlässt, denn auch Pärt bezieht sich auf eine alte europäische Kultur des Maßes.
Farbigkeit
Mauro Giulianis Gitarrenkonzert Nr. 1 A-Dur bringt die heitere Seite des Programms zur Geltung. Giuliani, einer der großen Gitarristen des frühen 19. Jahrhunderts, wirkte in Wien und verband klassische Form mit der Farbigkeit seines Instruments. Die Gitarre erscheint als glänzende Solistin, beweglich, elegant und sanglich, während das Orchester ihr einen lichten Rahmen gibt. Solist ist der aus Südkorea stammende Gitarrist Jisu Lee, der in zahlreichen europäischen Ländern und in seiner Heimat konzertierte und derzeit an der Musikschule Rankweil unterrichtet.

Zum Abschluss führt Peter Warlocks Capriol-Suite in eine Welt alter Tänze, die der englische Komponist aus der Renaissance heraufbeschwört und mit der Klangfantasie des 20. Jahrhunderts neu belebt. Ihre Sätze wechseln zwischen höfischer Noblesse, rhythmischer Frische und Ausgelassenheit. Damit schließt sich der Bogen: von Corellis barocker Ordnung über Puccinis elegische Verdichtung und Pärts Zeitmeditation bis zu Giulianis Leichtigkeit und Warlocks historischer Tanzlust.
Bereits am Samstag, 30. Mai, um 15 Uhr, steht das Kinderkonzert „Slugy – auf musikalischer Spurensuche“ auf dem Programm. Die Schnecke Slugy nimmt Kinder von fünf bis zehn Jahren mit auf eine spielerische Entdeckungsreise durch die Welt der Musik. Konzept und Moderation stammen von Monica Tarcsay, Simone Melanie Bösch ist als Slugy zu erleben, es spielt der Orchesterverein Götzis. Familien sind willkommen, der Eintritt erfolgt gegen freiwillige Spenden.