Unerhört gut gehört: Scarlatti im Montforthaus

Kultur / 17.06.2026 • 11:54 Uhr
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Im Montforthaus wurde aus barocker Virtuosität ein helles, bewegliches und überraschend lebendiges musikalisches Erlebnis.Andreas Marte

Studierende der Stella bewiesen, dass die Harfe als Soloinstrument große Anziehungskraft besitzt.

Feldkirch Dass die Harfe weit mehr sein kann als ein Instrument des Schwebens, des duftigen Kolorits und der zarten Begleitung, zeigte am Dienstagmittag das Konzert „Scarlatti unerhört“ im Foyer des Montforthauses Feldkirch auf überzeugende Weise. Die Harfen- und Kammermusikklasse von Viktor Hartobanu an der Stella Musikhochschule hatte sich Domenico Scarlatti vorgenommen, jenen Meister der funkelnden Miniatur, dessen Musik in schnellen Wendungen und überraschenden Akzenten neu befragt werden kann.

Schon der äußere Rahmen sprach für die Anziehungskraft dieses Programms. Das Foyer war bis auf den letzten Platz besetzt, und die Aufmerksamkeit des Publikums bewies, dass die Harfe als Soloinstrument kein Nischendasein führen muss. Gerade in der Nähe, im hellen Mittagslicht und ohne die Distanz eines großen Konzertsaals entfaltete sie ihre wundervolle Präsenz. Man hörte, wie sehr dieses Instrument atmen, sprechen, perlen, singen und mitunter auch scharf zeichnen kann.

Eleganz, Leichtigkeit und Schwung

Im Mittelpunkt standen eigene Arrangements und Transkriptionen der Studentinnen von Scarlatti-Sonaten. Das Duo „Deux Ailes d’Anges“ eröffnete mit der Sonata K. 124 in G-Dur und ließ sofort jene Mischung aus Eleganz, Leichtigkeit und rhythmischem Schwung erkennen, die dem Programm seinen Reiz gab. Vera Witt zeigte in der Sonata K. 25 in fis-Moll ein feines Gespür für die verschatteten Farben Scarlattis, während Janessa Embley in der Sonata K. 33 in D-Dur mit klarer Artikulation überzeugte. Maren Weisshaupt arbeitete in der Sonata K. 315 in g-Moll die dramatischeren Konturen heraus, Astella Brenner brachte in der Sonata K. 296 in F-Dur helle Beweglichkeit ein, Sarah Siren in der Sonata K. 173 in h-Moll konzentrierte Linienführung. Daria Batschi setzte mit der Sonata K. 119 in D-Dur einen temperamentvollen Akzent.

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Vera Witt, Samira Meyer, Leufat Buçuku, Ali Delangiz und Sicelo Njapha. Andreas Marte

Einen reizvollen Kontrast bildeten zum Abschluss Jean Françaix’ „Cinq Sonates de Domenico Scarlatti“. Samira Meyer, Leufat Buçuku, Ali Delangiz, Sicelo Njapha und Vera Witt zeigten, wie espritreich Françaix mit Scarlattis Material umgeht. In Sätzen wie „Alla burlesca“, „Vivacissimo, risoluto“ oder „Pastorale“ verband sich französische Eleganz mit barocker Spielfreude, Witz mit Präzision und Transparenz.