Wo Tiefe licht wird

Musik in der Pforte verbindet Brahms, Schubert und Louise Héritte-Viardot.
Feldkirch Das 4. Abonnementkonzert von „Musik in der Pforte“ steht unter dem Motto „#Leichtigkeit: Wo Tiefe licht wird“. Am 18. und 19. Juni ist das Ensemble im Pförtnerhaus Feldkirch zu hören, am 20. Juni gastiert es im Frauenmuseum Hittisau. Mit Bratschist und künstlerischem Leiter Klaus Christa, der Pianistin Katya Apekisheva, dem Geiger Raul Campos und Paolo Tedesco am Violoncello widmet sich das Programm der Frage, wie Musik selbst dort Leichtigkeit entstehen lässt, wo sie von Melancholie, Dramatik und innerer Spannung geprägt ist. Apekisheva, ausgebildet in Moskau, Jerusalem und London, zählt zu den renommierten Kammermusikpartnerinnen Europas.
Auf dem Programm stehen das Klavierquartett „Im Sommer“ von Louise Héritte-Viardot, Franz Schuberts „Drei Klavierstücke“ sowie Johannes Brahms’ Klavierquartett g-Moll op. 25. Damit spannt der Abend einen Bogen zwischen wiederzuentdeckender romantischer Kammermusik, schubertscher Innenschau und einem der bedeutenden Klavierquartette des 19. Jahrhunderts. Eine besondere Rolle kommt Louise Héritte-Viardot zu, deren Werk heute erst allmählich wieder ins Bewusstsein rückt. 1841 als älteste Tochter der Mezzosopranistin und Komponistin Pauline Viardot-García geboren, war sie zugleich Nichte der legendären Maria Malibran und Enkelin des Tenors Manuel García. Aufgewachsen im Umfeld eines Pariser Salons, in dem Künstlerpersönlichkeiten wie Berlioz, Saint-Saëns und Turgenev verkehrten, entwickelte sie früh eine eigenständige künstlerische Handschrift. Eine große Gesangskarriere blieb ihr aus gesundheitlichen Gründen verwehrt; stattdessen widmete sie sich der Komposition und der Pädagogik. Sie unterrichtete unter anderem in St. Petersburg, später mit Unterstützung Clara Schumanns am Hoch-Konservatorium in Frankfurt sowie in Berlin und Heidelberg.
Im Sommer
Bemerkenswert ist, dass Héritte-Viardot nicht bei der Vokalmusik blieb, mit der ihre Familie berühmt geworden war. Sie wandte sich auch den damals männlich dominierten Gattungen zu und schrieb Sinfonien, Opern, Kantaten und Kammermusik. Von ihren mehr als 300 Werken ist nur ein kleiner Teil erhalten. Zu den eindrucksvollsten Zeugnissen zählen ihre Klavierquartette, darunter das nun gespielte Werk „Im Sommer“.