Der atlantische Traum

Kultur / 18.06.2026 • 10:06 Uhr
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Die „Sowitasgoht VII“ und weitere Plunder-Boote geben Einblick in das Werk eines außergewöhnlichen Bootsbauers.vorarlberg museum

Im Bregenzer Hafen treffen Plunders legendäre „Sowitasgoht“-Boote auf weitere historische Segelyachten.

Bregenz Das vorarlberg museum hat Franz Plunder seit April eine große Ausstellung gewidmet. Nun bekommt „Der atlantische Traum“ eine Ergänzung am Wasser: Am Wochenende sind mehrere Schiffe, die auf Plunders Entwürfe zurückgehen, im Bregenzer Hafen zu sehen. Zwischen Dampferhafen und Pipeline machen sie in der Marina Bregenz fest und sind zu besichtigen.

Franz Plunder, 1891 geboren und 1974 gestorben, gehört zu jenen Gestalten der Vorarlberger Geschichte, in denen sich handwerkliche Präzision, künstlerische Begabung und Abenteuerlust verbinden. Vor mehr als hundert Jahren sorgte er mit einer Atlantiküberquerung in einem selbst gebauten Segelboot für internationales Aufsehen. Doch diese Fahrt war nur der spektakulärste Moment eines Lebens, das dem Wasser, dem Holz, dem Wind und der Frage gewidmet war, wie weit ein Mensch mit Mut, Können und Eigensinn kommen kann. Nicht zufällig trugen mehrere seiner Boote den Namen „Sowitasgoht“, nach seinem Lebensmotto: „So weit es geht“.

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Franz Plunders Boote kehren ans Wasser zurück und machen die Museumsausstellung im Hafen erlebbar. Sibylle_Hartmann

Zwei dieser Schiffe sind von Freitag bis Sonntag in Bregenz zu Gast. Zu sehen ist die „Sowitasgoht VII“ von 1937, außerdem eine weitere „Sowitasgoht“, die in den 1960er-Jahren nach Plunders Plänen entstand. Die Boote können am Freitag, 19. Juni, um 15 Uhr sowie am Samstag und Sonntag jeweils um 11 und 15 Uhr besichtigt werden. Auch die Eigner stehen für Gespräche und Fragen zur Verfügung und erzählen, was es bedeutet, solche historischen Segelschiffe zu erhalten. Eine Woche später folgt ein weiterer Höhepunkt. Von Donnerstag bis Samstag macht die „Porcupine II“ in Bregenz Station. Der elegante Zweimaster wurde 1934 nach Plunders Entwürfen in Bremen gebaut und zählt zu den eindrucksvollsten Zeugnissen seines Schaffens. Mit ihr wird sichtbar, dass Plunder kein bloßer regionaler Sonderling war, sondern ein Konstrukteur mit weiter Ausstrahlung.

Der atlantische Traum

Die Präsentation im Hafen ergänzt die Museumsschau. Was im vorarlberg museum anhand von Fotografien, Modellen, Zeichnungen und Dokumenten erzählt wird, tritt am Wasser als gebauter Körper hervor: als Rumpf, Takelage, Linie, Material, Gebrauchsspur und als Zeugnis einer Zeit, in der Bootsbau noch in einem unmittelbaren Verhältnis von Hand, Auge und Erfahrung stand. Zugleich wird Bregenz zum Treffpunkt weiterer historischer Schiffe. Im Yacht Club Bregenz beginnt am Montag die Weltmeisterschaft der 8-Meter-Yachten. Mehrere Yachten sind über hundert Jahre alt und präsentieren sich bereits am Sonntag vor und im Bregenzer Hafen. Um 16 Uhr findet dort die offizielle Eröffnung der Weltmeisterschaft statt. Unter den Yachten befindet sich mit der „Elfe II“ aus dem Lindauer Segler-Club zudem ein Schiff, das Franz Plunder in den 1930er-Jahren umgebaut hat.

So verdichtet sich im Hafen, was die Ausstellung im Museum seit Monaten erzählt: die Geschichte eines Mannes, der Boote nicht nur baute, sondern in ihnen eine Lebensform sah. „Der atlantische Traum. Franz Plunder – Bootsbauer, Bildhauer, Abenteurer“ ist noch bis 6. Jänner 2027 im vorarlberg museum zu sehen. Nächste Führung findet am Sonntag, 12. Juli, statt.