Glanzvolle Klassikabende in den Lechwelten

Das Lech Classic Festival setzt in diesem Jahr auf Haydn und Rossini.
lech Das Lech Classic Festival lädt von 2. bis 9. August wieder zu einer Konzertwoche in die Lechwelten. An sieben Konzerttagen entfaltet sich ein Programm, das international renommierte Vokal- und Instrumentalsolistinnen und -solisten mit dem Lech Festival Orchester zusammenführt. Dieses setzt sich aus jungen Musikerinnen und Musikern führender mitteleuropäischer Orchester zusammen und bildet seit Jahren das klangliche Fundament des Festivals. Gegründet wurde das Lech Classic Festival 2012 von der Musikmanagerin Marlies Wagner.
Zwei Komponisten stehen 2026 besonders im Mittelpunkt: Joseph Haydn und Gioachino Rossini. Dem Werk Haydns widmet das Festival einen eigenen Konzertabend, der anhand eines Querschnitts die große Spannweite seines Schaffens hörbar machen soll. Haydn, lange als Kapellmeister am Hof der Esterházy in festen Diensten, erlebte seinen späten internationalen Ruhm vor allem in London. Nachdem in Paris 1789 die Revolution ausgebrochen war, öffnete sich für den bereits älteren Komponisten ein neuer Lebensabschnitt. Er nahm eine Einladung nach England an und wurde dort begeistert gefeiert. Die zwölf Londoner Sinfonien zählen bis heute zu den reifsten und bedeutendsten Werken seines Œuvres. In ihnen verbinden sich formale Meisterschaft, musikalischer Witz, Ausdruckskraft und ein souveräner Umgang mit orchestraler Klangwirkung.

Der zweite Schwerpunkt gilt Gioachino Rossini, dessen Karriere einen beinahe gegensätzlichen Verlauf nahm. Während Haydn erst im fortgeschrittenen Alter Weltruhm erlangte, war Rossini bereits mit Anfang zwanzig eine international bekannte Persönlichkeit. Mit 37 Jahren stand er auf dem Höhepunkt seines Ruhms, war wohlhabend, angesehen und gefeiert, zog sich jedoch überraschend vom Opernschaffen zurück. In Paris führte er ein gastfreundliches Haus, veranstaltete musikalische Soireen und empfing die gesellschaftliche, politische und künstlerische Prominenz Europas.
Situationskomik und ironische Zwischentöne
Im Zentrum des Rossini-Schwerpunkts steht unter anderem „Der Barbier von Sevilla“. Mit dieser 1816 entstandenen Oper schuf Rossini eine der berühmtesten komischen Opern überhaupt. Die Figur des Figaro, die rasante Handlung, Situationskomik, ironische Zwischentöne und die für Rossini typischen Steigerungen machen das Werk bis heute zu einem Musterbeispiel der Opera buffa. Bemerkenswert ist auch die Entstehungsgeschichte: Der damals erst 24-jährige Komponist soll die Oper in nur 26 Tagen niedergeschrieben haben.
Neben dem heiteren Opernklassiker rückt das Festival auch eine andere Seite Rossinis in den Blick. Zu hören ist unter anderem die Solokantate „Grande Scène: Giovanna d’Arco“, die Rossini seiner Frau widmete. Einen besonderen Höhepunkt bildet zudem das „Stabat Mater“, Rossinis ergreifendes geistliches Werk nach einem mittelalterlichen lateinischen Gebet aus dem 13. Jahrhundert. Der Text beschreibt die schmerzerfüllte Mutter Maria unter dem Kreuz ihres Sohnes und beginnt mit den Worten „Stabat Mater dolorosa“. Die italienische Erstaufführung fand 1842 in Bologna statt; auf Rossinis Wunsch dirigierte Gaetano Donizetti.
Für die Aufführung dieses anspruchsvollen Werkes braucht es eine erstklassige Besetzung. Eine wichtige Stütze bildet dabei der Festivalchor, der sich aus Mitgliedern des Bayerischen Staatsopernchores zusammensetzt. Mit Rossinis „Barbier von Sevilla“ und dem „Stabat Mater“ sowie dem Haydn-Schwerpunkt präsentiert das Lech Classic Festival 2026 ein Programm, das musikalische Brillanz, dramatische Kraft und geistliche Ausdruckstiefe verbindet.