Empörung als theatrale Miniatur

Kultur / 06.07.2026 • 13:43 Uhr
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„Eleos – eine Empörung in 36 Miniaturen“ feiert am 17. Juli in Bregenz Premiere.Caro Stark

Ensemble für unpopuläre Freizeitgestaltung mit neuer Produktion.

Bregenz Mit „Eleos – eine Empörung in 36 Miniaturen“ feiert das Ensemble für unpopuläre Freizeitgestaltung am 17. Juli seine nächste Premiere im öffentlichen Raum. Nach „Die Katze Eleonore“ bringt das Ensemble in Koproduktion mit Caravan – mobile Kulturprojekte erneut ein Stück der preisgekrönten Autorin Caren Jeß nach Vorarlberg. Gespielt wird bei freiem Eintritt am Kornmarktplatz beim vorarlberg museum in Bregenz sowie am Kirchplatz in Lustenau.

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Caro Stark

Der Titel verweist auf einen Grundbegriff der antiken Tragödientheorie: Eleos und Phobos, Mitleid und Furcht, galten als jene Kräfte, durch die das Theater seine kathartische Wirkung entfalten sollte. Der Mensch sollte nach dem Besuch einer Tragödie gereinigt in die Wirklichkeit zurückkehren. Doch Caren Jeß interessiert weniger die große Läuterung als die Gegenwart ihrer Reste. In neueren Übersetzungen ist von „Jammern und Schaudern“ die Rede, Begriffe, die weit weniger erhaben klingen und direkt in die Niederungen allzu menschlicher Zustände führen.

Angst, Wut, Gewalt und Hass

Genau dort setzt „Eleos“ an. In 36 formal und stilistisch unterschiedlichen kurzen Szenen untersucht Jeß Gefühlslagen zwischen Niedergeschlagenheit und Jammerei, Angst und Wut, Gewalt und Hass. Der kleine Ausruf „Or!“ wird dabei zum Symptom einer Zeit, in der Missstimmung allgegenwärtig ist. Wir glauben vielleicht nicht mehr an Katharsis, sehnen sie aber dennoch herbei: Wären wir erst rein, müssten wir uns nicht mehr ständig aufregen. Jeß erzählt von ahnungsloser Wut und vorsätzlicher Kränkung, von Demütigung, Beleidigung und immer wieder von jenem Schmerz, der unter der Wut liegt.

Fünf Schauspielerinnen und Schauspieler – Ambra Berger, Peter Bocek, Jens Ole Schmieder, Maria Strauss und Fabienne Trüssel – bringen die Miniaturen auf die Bühne. Regie führt Stephan Kasimir, Bühne und Kostüm stammen von Caro Stark, Musik und musikalische Leitung von Paul Winter.

Premiere ist am 17. Juli 2026 um 20 Uhr am Kornmarktplatz beim vorarlberg museum in Bregenz. Weitere Vorstellungen folgen am 21. und 22. Juli um 20 Uhr am Kirchplatz in Lustenau sowie am 27., 29. und 30. Juli, jeweils um 20 Uhr, wieder am Kornmarktplatz. Sitzplatzreservierungen unter https://www.unpop.at/karten