Shaq statt Schlaf: So eskalierte das Electric Love Festival

Kultur / 11.07.2026 • 13:08 Uhr
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Der Club Circus in Salzburg eskalierte am Freitag mehrfach.ELF/KevinVerkruijssen

Früher unter den Körben, jetzt im Circus: Ein Star heizt ein.

Salzburg Wäre Shaquille O’Neal Musiker geworden – welches Instrument hätte er wohl gewählt? Ein Hüne von 2,16 Metern, mit Händen so groß wie Tennisschläger. Gitarrensaiten? Wahrscheinlich zu filigran. Klavier? Eher nichts für Finger in Bratpfannengröße. Geige oder gar Harfe? Wohl kaum das natürliche Habitat eines Mannes, der jahrzehntelang unter den NBA-Körben aufräumte. Bleibt eigentlich nur eines: ein DJ-Pult.

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Und genau das tut Shaquille O’Neal. Mit voller Wucht. Hart, schräg und ohrenbetäubend laut ließ die amerikanische Sportikone beim Electric Love Festival ihre Energie wie einen Orkan durch den Club Circus fegen. Um zwei Uhr morgens dachte dort niemand ans Schlafengehen. Im Gegenteil: Die Menge saugte jede Basswelle auf. Wer nach diesem Auftritt noch einschlafen konnte, war vermutlich gar nicht dort.

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Einer der besten Basketballspieler aller Zeiten: Jetzt ein DJ.VN/Prock

Dabei hatte der Samstag schon genügend Gelegenheiten geboten, sämtliche Energiereserven aufzubrauchen. Allen voran beim Headliner des Abends: Armin van Buuren. Während sich auf Rockfestivals die Fans um die ersten Reihen prügeln, wäre ein Front-of-Stage-Ticket beim Electric Love beinahe hinausgeworfenes Geld (Anmerkung: Es gibt sowieso keines). Die wahre Hauptrolle spielt hier die Bühne selbst. Die Festivalmacher demonstrierten eindrucksvoll, warum das DJ Mag das Electric Love mittlerweile auf Platz elf der weltweit besten Festivals führt. Was für eine Inszenierung! Licht, Laser, Feuer und Visuals verschmelzen zu einer Show, die den routinierten, aber keineswegs routinemäßigen Auftritt des “King of Trance” perfekt in Szene setzt.

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Was für eine Bühne!ELF/KVDMPHOTOGRAPHY

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Ein Elektronikfestival kennt ohnehin keine Verschnaufpause. Kaum verlässt Neelix die Bühne, übernimmt Armin van Buuren. Dessen letzter Beat verklingt kaum, da schießen die Klangkuenstler schon den nächsten Bass durchs Infield. Und verlässt man eine Stage, empfängt einen sofort die nächste Klangwelt. Das Electric Love ist ein einziges musikalisches Labyrinth. An jeder Ecke legt jemand auf, überall wummert, scheppert und drückt es. Wer es besonders hart mag, zwängt sich durch einen schmalen Tunnel und landet in einer Parallelwelt. Hardstyle nennt sich das Genre, das sich manchmal gefährlich nah an der Definition von Musik vorbeischrammt – als Partyantrieb aber tadellos funktioniert.

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DJ ohne Bühnenshow? Kaum noch vorstellbar.ELF/KVDMPHOTOGRAPHY

Längst hat sich herumgesprochen, was jeden Juli am Salzburgring passiert. Das Festivalgelände ist voll. Manchmal sogar richtig voll. Dennoch findet am Ende jeder irgendwo seinen Platz zwischen Bass, Bier und blinkenden Armbändern.

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Zum Beispiel bei Dimension. Weniger bombastische Lichtshow als zeitgleich auf der Mainstage bei den Klangkuenstlern – dafür mindestens genauso tanzbar. Der Londoner heizte mit feinstem Drum and Bass ein und bereitete das Publikum auf den großen Auftritt vor. Groß im übertragenen Sinn? Nein. Vor allem im wörtlichen. Als Dimensions Set zu Ende geht, wird es im Zelt noch einmal merklich enger. Alle warten auf die Shaq Attack. Oder mittlerweile: auf DJ Diesel.

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Der Club Circus ganz in der Hand von Drum and Bass.ELF/LeonGiertz