Aufbruch unter freiem Himmel

Kultur / 12.07.2026 • 13:10 Uhr
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Das KUB Sommer Open Air bringt im Juli und August Musik und Roadmovies auf den Karl-Tizian-Platz.Miro Kuzmanovic

Das KUB Sommer Open Air startet mit Musik und zeigt ab Ende Juli vier Filme.

Bregenz Wenn der Karl-Tizian-Platz vor dem Kunsthaus Bregenz im Sommer wieder zur Bühne und zum Freiluftkino wird, beginnt das KUB Sommer Open Air. 2026 steht es unter dem Motto „On the Road“ und erzählt von Aufbruch, Bewegung und Veränderung. Das Roadmovie wird dabei nicht nur als Filmgenre verstanden, sondern als Lebensgefühl: als Suche, als Begegnung, als Umweg, als Reise ins Offene.

Den musikalischen Auftakt macht das Kunsthaus Bregenz bereits am Donnerstag, 16. Juli, um 19.30 Uhr mit einem Open-Air-Konzert. Zu Gast sind zwei österreichische Acts, die beide auf ihre Weise zwischen Intimität, Melodie und atmosphärischer Weite arbeiten. Die Singer-Songwriterin Filiah beschreibt ihren Sound als „Indie-Folk mit einem glitzernden Funkeln von Pop“ und bringt neue, persönliche und berührende Lieder nach Bregenz. Direkt im Anschluss steht die Band Gardens auf der Open-Air-Bühne. Zwischen Dream-Pop und Indie-Folk entfaltet die Gruppe eine mitreißende Banddynamik und Songs, die von Klarheit, Wärme und Selbstreflexion geprägt sind.

Freundschaft und Würde

Ab 30. Juli übernimmt dann das Freiluftkino. In Kooperation mit dem Filmforum Bregenz zeigt das KUB jeden Donnerstagabend um 21.15 Uhr vier Filme, die das Unterwegssein in ganz unterschiedlichen Tonlagen erzählen. Den Auftakt macht am 30. Juli „Augenblicke – Gesichter einer Reise“ von Agnès Varda und JR. Die Oscar-nominierte Dokumentation begleitet die französische Regie-Ikone und den jungen Street-Art-Künstler auf einer Reise durch Frankreich. In einem mobilen Fotostudio begegnen sie Menschen, deren Geschichten sie in überlebensgroßen Porträts sichtbar machen. Entstanden ist ein leichter, berührender Film über Begegnungen, Freundschaft und die Würde des Alltäglichen.

Am 6. August folgt mit „A Real Pain“ ein humorvoller und zugleich nachdenklicher Film über zwei Cousins, die von New York nach Polen reisen, um sich mit ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Die Reise, ein Geschenk ihrer verstorbenen Großmutter, führt sie zu Orten jüdischen Lebens und des Holocaust. Dabei treten nicht nur familiäre Spannungen zutage, sondern auch Fragen nach Erinnerung, Identität und transgenerationalem Trauma.

Das iranische Roadmovie „Hit the Road“ von Panah Panahi steht am 13. August auf dem Programm. Eine vierköpfige Familie fährt durch die Landschaften des iranischen Nordens. Es wird gesungen, geredet, gestritten und geschwiegen. Nach und nach verdichtet sich die Stimmung, bis der eigentliche Grund der Reise sichtbar wird. Panah Panahi verbindet in seinem Debüt absurde Situationskomik mit großer emotionaler Genauigkeit.

Zum Abschluss zeigt das KUB am 20. August die isländische Komödie „Driving Mum“. Darin macht sich Jón mit dem Leichnam seiner Mutter auf den Weg in deren Heimatdorf, um ihren letzten Wunsch zu erfüllen. Was skurril beginnt, wird zu einer schwarzen, zärtlichen Reise der Befreiung. Der Eintritt zum gesamten Open-Air-Programm ist frei. Bei Schlechtwetter findet das Kino im KUB statt, dort sind die Plätze begrenzt.