Italienische Serenade zur Mittagszeit

Anna Adamik und Martin Merker mit einem abwechslungsreichen Programm im vorarlberg museum.
bregenz Gleich mit einem klaren Kontrast aus feiner klanglicher Disziplin und italienischer Leichtigkeit setzte das Mittagskonzert mit Anna Adamik und Martin Merker einen ansprechenden Akzent. Unter dem Titel „Italienische Serenade“ spannten die beiden Musikerinnen und Musiker einen Bogen von Scarlatti über Paganini und Stravinsky bis zu Rossini und Donizetti. Das zahlreich erschienene Publikum erlebte eine stilistisch vielseitige, gut abgestimmte Stunde, die vor allem durch Musikalität und Sorgfalt überzeugte.

Den Auftakt machte Domenico Scarlattis “Sonate D-Dur K 119”. Anna Adamik spielte das Werk mit schlanker Artikulation und sicherem Zugriff. Besonders gelungen war die rhythmische Beweglichkeit, mit der sie die tänzerische Grundhaltung der Sonate herausarbeitete. In den schnellen Figuren blieb das Spiel transparent, auch wenn sich der klangliche Charakter stellenweise noch etwas stärker hätte entfalten dürfen. Mit Niccolò Paganinis Variationen über ein Thema aus Rossinis “Mosé in Egitto” trat Martin Merker erstmals ins Zentrum. Hier zeigte sich rasch, wie souverän er die technischen Anforderungen auf dem Violoncello bewältigt. Die Läufe, Doppelgriffe und virtuosen Passagen gelangen mit großer Sicherheit; zugleich blieb der Ton meist schön getragen und gesanglich. In einzelnen Momenten wirkte der Zugriff eher kontrolliert als riskant, doch gerade diese Zurückhaltung verlieh dem Vortrag auch Klarheit und Konzentration. Anna Adamik war dabei eine aufmerksame Partnerin, die den Solopart mit feinem Gespür stützte.
Expressiver Zurückhaltung
Besonders abwechslungsreich geriet Igor Strawinskys Suite “Italienne”. Das Werk verlangt nicht nur technische Präzision, sondern auch stilistische Beweglichkeit zwischen barocker Anmutung und moderner Schärfe. Genau hier lagen die Stärken des Duos. Die einzelnen Sätze wurden sauber voneinander abgesetzt, die lyrischen Passagen mit Ruhe ausgeformt, die rhythmisch markanteren Abschnitte mit genügend Drive versehen. Nicht alles klang gleich gewichtsvoll, doch die Interpretation blieb durchweg musikalisch nachvollziehbar und von guter innerer Ordnung.
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Nach der Pause stand die Opernwelt Italiens im Vordergrund. Martin Merkers Bearbeitungen von Rossinis “L’Invito” und Donizettis “Una furtiva lagrima” setzten auf den gesanglichen Charakter des Violoncellos. Das gelang überzeugend, ohne je in bloße Gefälligkeit abzugleiten. Gerade in Donizettis berühmter Arie zeigte Merker eine schöne Linie und ein gutes Maß an expressiver Zurückhaltung. Das Klavier begleitete dabei umsichtig und farbenreich.

Zum Abschluss sorgten Rossinis “La Gita in Gondola” und “La Danza” in den Bearbeitungen Alfredo Piattis noch einmal für Schwung. Vor allem in der Tarantella kam jene spielerische Energie auf, die dem Konzert lange gutgetan hatte. Hier wirkten beide Musiker am freiesten und lebendigsten. So blieb von diesem Mittagskonzert vor allem der Eindruck eines klug zusammengestellten, sauber musizierten Programms. Anna Adamik und Martin Merker überzeugten durch stilistische Sicherheit und ein gut abgestimmtes Miteinander.