Zwei Theater im Amazonasgebiet werden UNESCO-Welterbe

Kultur / 28.07.2026 • 13:00 Uhr
Teatro_amazonas.jpg
Das Teatro Amazonas in Manaus.Pontanegra

Das Teatro Amazonas in Manaus und das Theatro da Paz in Belém.

Manaus/Belem Zwei historische Theater im brasilianischen Amazonasgebiet sind als UNESCO-Welterbe anerkannt worden. Das Teatro Amazonas in Manaus und das Theatro da Paz in Belém seien wichtige Zeugnisse des kulturellen und architektonischen Reichtums ihrer Zeit, teilte die brasilianische UNESCO-Vertretung mit. Unter der Bezeichnung “Teatros da Amazônia” umfasst die Welterbestätte die beiden Opernhäuser mit den sie umgebenden Plätzen in Belém und Manaus.

Die Ensembles entstanden während des sogenannten Goldenen Zeitalters Amazoniens infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs durch den Kautschukboom zwischen 1879 und 1912. Inspiriert von französischer und europäischer Architektur und mit Motiven aus der Amazonasregion gestaltet, sollten sie den politischen und städtebaulichen Ehrgeiz der damaligen Zeit zum Ausdruck bringen. Das Theatro da Paz wurde 1878 eröffnet, das Teatro Amazonas 1896.

Anblick im Theater wie in Paris

Wie stark sich die damalige Elite an Europa orientierte, zeigt sich auch im Teatro Amazonas: Eine Deckenmalerei im Zuschauerraum ist so gestaltet, dass sie den Blick von unten auf den Eiffelturm in Paris suggeriert. Das Teatro Amazonas ist auch bekannt aus Werner Herzogs “Fitzcarraldo”. In dem 1982 erschienenen Film spielt Klaus Kinski einen Mann, der im Amazonas ein Opernhaus bauen will.

Mit der Aufnahme sind die beiden Häuser nach Angaben des brasilianischen Instituts für das historische und künstlerische Erbe (Iphan) die ersten Kulturstätten der nördlichen Region Brasiliens auf der Welterbeliste. Brasilien kommt damit auf 26 Welterbestätten. Das Teatro Amazonas gilt als eines der bekanntesten Wahrzeichen von Manaus und ist ein wichtiger Anziehungspunkt für den internationalen Tourismus.

Die Welterbeliste besteht seit 1978. Für die Umsetzung der Welterbekonvention ist das Welterbekomitee zuständig, das einmal im Jahr tagt. Auf seiner 48. Sitzung im südkoreanischen Busan beschloss es außerdem, den Olymp sowie die „Erweiterte Region des Olymp“ in die Welterbeliste aufzunehmen. Der Berg, der der griechischen Mythologie zufolge die Heimat der zwölf olympischen Götter und des „Vaters der Götter“ Zeus war, zieht wegen seiner eindrucksvollen Aussicht jedes Jahr Tausende Touristen an.