Solidarität als Sicherheitsnetz

Florian Raidt
Neuer Sozialfonds unterstützt Vorarlbergs bildende Künstlerinnen und Künstler in Notlagen.
Bregenz Die Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler Vorarlbergs (BVKV) hat einen Sozialfonds eingerichtet. Er soll Mitglieder, die in finanzielle Notlagen geraten, rasch und unbürokratisch unterstützen. Das Angebot richtet sich an die über 300 Künstlerinnen und Künstler, die der Berufsvereinigung angehören. Abgefedert werden sollen akute Engpässe infolge von Krankheit, Auftragsausfällen oder persönlichen Krisensituationen.
Hintergrund der Initiative sind die seit Jahren prekären wirtschaftlichen Bedingungen vieler Kunstschaffender. Künstlerisches Tun sei ein unverzichtbarer Freiraum in einer pluralen Gesellschaft, hält die Vereinigung fest – zugleich lebten viele Kunstschaffende unter schwierigen Voraussetzungen. Eine 2023 vom Land Vorarlberg veröffentlichte Studie zu den Lebens- und Einkommensverhältnissen machte das Ausmaß der Problematik deutlich. Besonders betroffen ist demnach der Bereich der Bildenden Kunst. Die Ergebnisse decken sich weitgehend mit den langjährigen Erfahrungen der Berufsvereinigung. Das Prekariat habe sich in den vergangenen Jahren weiter verschärft, heißt es. Zunehmend könnten selbst kurzfristige Krisen für viele Künstlerinnen und Künstler existenzbedrohende Folgen haben – darauf wolle man nun reagieren.
Der neu geschaffene Fonds ermöglicht einmalige Zuschüsse zur Deckung dringender Lebenshaltungskosten. Ziel ist es, Betroffene kurzfristig zu entlasten und die Fortführung ihrer künstlerischen Tätigkeit zu ermöglichen. Die Höhe der Unterstützung orientiert sich an der individuellen Bedarfslage sowie an den verfügbaren Mitteln des Fonds.
Erhalt der künstlerischen Vielfalt
Antragsberechtigt sind Mitglieder der Berufsvereinigung, die sich aktuell in einer finanziellen Notlage befinden. Die Antragstellung erfolgt unkompliziert durch eine kurze schriftliche Darstellung der Situation oder im Rahmen eines persönlichen Gesprächs. Alle Anträge werden vertraulich behandelt und individuell geprüft. Über die Vergabe der Mittel entscheidet der Vorstand der Berufsvereinigung.
Finanziert wird der Sozialfonds ausschließlich durch Spenden, Sponsoringbeiträge und Förderpartnerschaften. Die Berufsvereinigung ruft daher Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen dazu auf, das Vorhaben zu unterstützen und damit kulturelle Vielfalt und künstlerisches Schaffen zu erhalten.
„Der Sozialfonds lebt von Solidarität und gesellschaftlichem Engagement. Mit jeder Spende wird dazu beigetragen, dass Künstlerinnen und Künstler in schwierigen Zeiten nicht allein gelassen werden“, betont Sarah Kirsch, Präsidentin der Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler Vorarlbergs.
Die Studie zu den Lebens- und Einkommensverhältnissen von Kunstschaffenden in Vorarlberg belegt eine erhöhte Armutsgefährdung insbesondere im Bereich der Bildenden Kunst und unterstreicht die Notwendigkeit zusätzlicher Unterstützungsmaßnahmen. Weitere Informationen zum Fonds sowie zur Möglichkeit einer Spende finden sich auf der Website des Künstlerhauses Palais Thurn und Taxis in Bregenz, das die Berufsvereinigung beherbergt.