Stars und Streitstoff beim Filmfestival in Venedig

Am Mittwoch werden die 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig eröffnet.
Venedig Robert Pattinson als zwielichtiger Fernsehjournalist, Penélope Cruz und Javier Bardem als Ehepaar auch auf der Leinwand, dazu der heiß erwartete neue Spielfilm von Werner Herzog: Die 83. Filmfestspiele Venedig versprechen wieder eine hochkarätige Gästeliste. Vom 2. bis 12. September werden auf dem Lido neue Filme internationaler Regiegrößen gezeigt.
Vermutlich wird das Festival auch wieder von politischen Debatten geprägt sein. So wurde kurz vor dem Start ein Film über den Gaza-Krieg ins Wettbewerbsprogramm aufgenommen. Und die Eröffnungs-Pressekonferenz der Jury – die zuletzt nicht nur in Venedig für politischen Zündstoff sorgte – wurde zuerst gestrichen und nach Kritik wieder angesetzt.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Einer der am meisten erwarteten Wettbewerbsfilme ist “Primetime” von Lance Oppenheim. Robert Pattinson spielt darin den US-Fernsehjournalisten Chris Hansen, der mit einer umstrittenen Sendung bekannt wurde: Für “To Catch a Predator” wurden mutmaßliche Sexualstraftäter mit versteckter Kamera überführt und anschließend öffentlich bloßgestellt. Der Hype um den Film ist bereits groß. Pattinson, der dieses Jahr in einer ganzen Reihe neuer Kinostreifen zu sehen ist, dürfte mit dieser ambitionierten Rolle nicht nur auf dem roten Teppich, sondern auch im Gespräch über mögliche Festival- und Filmpreise eine zentrale Rolle spielen.
Oppenheim wurde 1996 geboren, “Primetime” ist sein erster Spielfilm. Er tritt gegen 20 andere Werke im Wettbewerb um den Goldenen Löwen an. Vergangenes Jahr gewann Jim Jarmusch mit “Father Mother Sister Brother”.

Ein Promipaar aus der realen Welt spielt auch im Film zwei Eheleute: Penélope Cruz und Javier Bardem kommen mit Florian Zellers “Bunker” nach Italien. Bardem spielt darin einen Architekten, der den Auftrag eines Tech-Milliardärs annimmt, einen unterirdischen Schutzraum zu bauen. Für seine Frau, verkörpert von Cruz, wird das Projekt zum Anlass, die gemeinsamen Werte und schließlich die ganze Ehe infrage zu stellen. Auch “Bunker” läuft im Wettbewerb.
Die größte Aufmerksamkeit fernab des Wettbewerbs dürften die Oasis-Brüder auf sich ziehen. Außer Konkurrenz läuft eine Dokumentation über Liam und Noel Gallagher. Im Mittelpunkt stehen die Wiederannäherung der zwischendurch zerstrittenen Brüder und ihre gemeinsame Reunion-Tour. Festivaldirektor Alberto Barbera ließ wissen, dass die Musiker nach Venedig kommen wollen.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Für den deutschen Film ist Werner Herzog im Hauptwettbewerb vertreten. Sein neuer Film “Bucking Fastard” erzählt von Zwillingsschwestern, die ein ungewöhnlich enges Leben führen. Sie sind sich so nah, dass sie mit einer Stimme sprechen, denselben Mann lieben und dieselben Träume haben, wie es in der Filmbeschreibung heißt.
Politisch brisant dürfte es mit “Naza” werden. Der Film über den Gaza-Krieg stammt von Yuval Abraham und Rachel Szor. Die beiden gehörten zum vierköpfigen Regieteam des 2025 mit einem Oscar ausgezeichneten Dokumentarfilms “No Other Land”, der bei der Berlinale-Gala 2024 eine politische Kontroverse auslöste.