“Tragödie für den Kunststandort Bregenz”: Das ändert sich jetzt im Magazin 4

Kultur / 11.09.2026 • 14:27 Uhr
"Tragödie für den Kunststandort Bregenz": Das ändert sich jetzt im Magazin 4
Dunkle Wolken über dem Magazin 4. Die Ausstellungsfläche im zweiten Stock wird künftig für Büros genutzt. Hartinger

Die Räume im denkmalgeschützten Gebäude sollen künftig als Büros für die Stadtverwaltung dienen.

Bregenz Für die Kunst ist im zweiten Stock des Magazin 4 ab 2027 kein Platz mehr. Die bisherige Ausstellungsfläche in der Bergmannstraße wird nämlich künftig als Bürofläche für die Stadtverwaltung genutzt werden, bestätigt Kulturstadtrat Reinhold Einwallner (SPÖ). Wo die Stadt künftig Raum für die Kunst schaffen kann, ist noch offen.

Fix ist jedoch: Die städtische Sicherheitswache beziehungsweise Stadtpolizei soll von ihrem jetzigen Standort im ehemaligen Finanzamtsgebäude in den Rathausbezirk übersiedeln. “Das hat dann weitere Umstrukturierungen zur Folge. Andere Abteilungen in der Stadt brauchen dadurch einen Raum.” Die Stadt wolle ihre Verwaltung möglichst zentral konzentrieren und vermeiden, zusätzliche Flächen anzumieten. “Da größere Investitionen in neue Verwaltungsgebäude angesichts der Budgetsituation ebenfalls kaum möglich seien”, unterstreicht Einwallner. Die entsprechenden Beschlüsse sollen im Herbst in der Stadtvertretung fallen.

"Tragödie für den Kunststandort Bregenz": Das ändert sich jetzt im Magazin 4
Bis Ende August war dort eine Ausstellung des österreichischen Malers Hubert Schmalix zu sehen. Stadt Bregenz

Noch offen ist, wann und wo die Stadt künftig eine eigene Ausstellungsfläche anbieten kann. Konkrete Ersatzräumlichkeiten gebe es derzeit nicht, sagt Einwallner. “Ich will mich aber nicht damit abfinden, zu sagen: Okay, dann haben wir als Stadt keine Ausstellungsfläche mehr. Wir wollen auf jeden Fall nach Alternativen suchen.”

Die bisherige Ausstellungsfläche im denkmalgeschützten Gebäude diente in der Vergangenheit unter anderem dazu, den städtischen Kunstbesitz zu zeigen. Gleichzeitig wurde sie von bildenden Künstlern und der freien Szene genutzt. “Diesen Weg würden wir natürlich gerne fortsetzen”, sagt der Kulturstadtrat. Sollte zunächst kein neuer Raum zur Verfügung stehen, will die Stadt auf Kooperationen setzen. “In Bregenz gibt es zahlreiche Partner, mit denen auch ohne eigene Ausstellungsfläche Projekte umgesetzt werden könnten.”

“Wenn man es beendet, ist es tot”

Das Magazin 4 wurde 1992 von Wolfgang Fetz, Gerald Matt und Thomas Häusle als privater Verein ins Leben gerufen und 2005 mit dem Bregenzer Kunstverein zusammengelegt. Kulturmanager Gerald Matt bezeichnet die geplante Aufgabe der Ausstellungsfläche als “Tragödie für den Kunststandort Bregenz”. Eine Kulturstadt entstehe aus unterschiedlichen Bausteinen, sagt er. Das Magazin 4 habe über die Jahre einen wichtigen Beitrag zum Kunststandort Bregenz geleistet und das eher breit orientierte Kunsthaus Bregenz ergänzt. “Wenn man das beendet, ist es tot.” Das Magazin 4 habe weit über Bregenz hinaus Wirkung entfaltet. “Ich verstehe es nicht, dass die Stadt ein solch künstlerisches und kulturelles Biotop trockenlegt”, bedauert Matt.

"Tragödie für den Kunststandort Bregenz": Das ändert sich jetzt im Magazin 4
Das Magazin 4 habe weit über Bregenz hinaus Wirkung entfaltet, sagt Gerald Matt.

Im Magazin 4 läuft der Ausstellungsbetrieb vorerst weiter. Bis Ende August war dort eine Ausstellung des österreichischen Malers Hubert Schmalix zu sehen. Im Oktober ist mit “MAFIA” von Uwe Jäntsch und dem Filmforum Bregenz eine weitere Veranstaltung geplant. Ab 2027 sollen die Räume im zweiten Stock dann als Büros für die Stadtverwaltung dienen.