Musik für die Ewigkeit

Kultur / 13.09.2026 • 11:25 Uhr
Musik für die Ewigkeit
Pforte-Leiter Klaus Christa hat ein besonderes Programm auf die Beine gestellt. Aron Polcsik

“Musik in der Pforte” bringt Streichquintette von Ethel Smyth und Franz Schubert nach Feldkirch und Hittisau.

Feldkirch Das 5. Abonnementkonzert von Musik in der Pforte steht unter der Überschrift “#Frieden: Wo die Ewigkeit beginnt.” Das Ensemble mit dem Bratschisten und künstlerischen Leiter Klaus Christa, den beiden Geigerinnen Berit Cardas und Verena Sommer und den Cellisten Bjørg Lewis und François Poly ist am 17. und 18. September im Pförtnerhaus Feldkirch und am 19. September im Frauenmuseum Hittisau zu hören. Auf dem Programm stehen zwei Streichquintette von Ethel Smyth und Franz Schubert.

Musik für die Ewigkeit
Die norwegische Geigerin Berit Cardas ist bei Musik in der Pforte zu Gast. Anna-Julia Granberg

Ethel Smyth war um die Wende zum 20. Jahrhundert die erste Frau, die mit ihren Opern Erfolg hatte. Sie wurde nicht müde, sich immer wieder unter schwierigsten Bedingungen zu behaupten. Sie war eine so starke und unerschrockene Persönlichkeit, dass sie mit ihrem Talent und ihrer Solidarität mit dem eigenen Geschlecht zu einer Ikone der Frauen im Musikbetrieb wurde. Sie schrieb: “Meine Bitte als Musikerin: Verscheuchen Sie die Erinnerung an alle Schlagworte und Kritiker, die Sie wie giftige Bazillen aufgeschnappt haben, und erlauben Sie jeder Musik, der Sie zufällig lauschen, den möglichst freien Zugang zu ihrer Seele.”

Ihr berühmtestes Werk ist wohl “The March of the Women”, der zur Hymne der englischen Frauenbewegung avancierte. Der wohl legendärsten Aufführung im Hof eines Frauengefängnisses wohnte der Dirigent Thomas Beecham bei und berichtete Folgendes: “Ich kam im Gefängnishof an und fand die edle Gruppe der Märtyrerinnen vor, wie sie dort auf und ab marschierten und mit Herzenslust ihr Kriegslied ‚March of the Women‘ sangen, während die Komponistin wohlwollend aus einem der oberen Fenster zusah und dazu mit bacchantischer Energie den Takt mit einer Zahnbürste schlug.”

Schuberts einziges Streichquintett in der Besetzung mit zwei Celli, komponiert im September 1828, wenige Monate vor seinem Tod, war sein kammermusikalischer Schwanengesang. Die Tragik eines Menschen, dessen Lebensträume nicht in Erfüllung gegangen sind, legt sich wie ein Schatten von Trauer über eines der klangschönsten Werke der Romantik. “Freylich ist’s nicht mehr jene glückliche Zeit, in der uns jeder Gegenstand mit einer jugendlichen Glorie umgeben scheint, sondern jenes fatale Erkennen der miserablen Wirklichkeit, die ich mir durch meine Phantasie (Gott sey’s gedankt) so viel als möglich zu verschönern suche.” Diese Zeilen an seinen Bruder Ferdinand von 1824 zeigen das gebrochene Weltverständnis des Komponisten, das er in seinen Briefen und Gedichten zum Ausdruck brachte. Würde man eine Umfrage machen, welches Musikstück unbedingt mit auf die einsame Insel muss, würde Schuberts Streichquintett im Ranking wohl sehr weit vorne rangieren.

Musik für die Ewigkeit
Die Bregenzer Schauspielerin wird nicht nur im Gespräch mit Klaus Christa beim “Impuls um halb” zu erleben sein, sondern mit schauspielerischen Interventionen, die das bewegte Leben Ethel Smyths zum Inhalt haben. Alfred Morina

Die junge Bregenzer Schauspielerin wird nicht nur im Gespräch mit Klaus Christa beim “Impuls um halb” zu erleben sein, sondern mit schauspielerischen Interventionen, die das bewegte Leben Ethel Smyths zum Inhalt haben. Bereits in jungen Jahren entdeckte sie ihre Leidenschaft fürs Theaterspielen mit ihrer ersten Rolle als größter Zwerg der Sieben. Es folgten diverse Spielclubs, freie Theatergruppen und später vermehrt Sprecherinnenrollen. Nach dem Abitur ging sie für eine Regiehospitanz von Mozarts Don Giovanni (Regie: Herbert Fritsch) an die Komische Oper Berlin und verbrachte danach ein Jahr als Au-pair in Frankreich. Trotz ihrer Liebe zur französischen Sprache und Kultur war das Theater aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken, und sie begann 2020 ihr Schauspielstudium an der Zürcher Hochschule der Künste, das sie 2024 erfolgreich abschloss. Derzeit ist sie festes Ensemblemitglied am Staatstheater Gießen.

Pforte Konzert

Konzert N°5

#Frieden | Wo die Ewigkeit beginnt

Pforte um 7 | Do 17. September, 19 Uhr, Pförtnerhaus Feldkirch

Pforte um 8 | Fr 18. September, 20 Uhr, Pförtnerhaus Feldkirch

Pforte im Frauenmuseum | Sa 19. September, 17 Uhr, Frauenmuseum Hittisau