Die Leere hinter dem vermeintlich Eindeutigen

Kultur / 15.09.2026 • 11:29 Uhr
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Hermann Prägs “Namenloser Himmel”, 2025.Hermann Präg

“Vakuum” und “Kehrt um!” – Hermann Präg präsentiert seine Werke im Montafon.

Schruns Am Freitag, den 18. September, führt der Künstler Hermann Präg um 17.00 Uhr durch seine Ausstellung „Vakuum” in der Schrunser MAP-Kellergalerie. Im Anschluss, um 19.30 Uhr, präsentiert er im Rahmen der Kulturnacht Montafon seine Arbeit „Kehrt um!” an der Talstation der Kristbergbahn in Silbertal. Der Mensch erklärt sich die Welt gern über Geschichten und Bilder, sie schaffen Ordnung, aber auch Abgrenzung und Feindbilder. Präg wirft diese Erklärungsmuster nicht über Bord, aber er stellt sie infrage. Seine Ausstellung lädt dazu ein, dem Vakuum nachzuspüren: der Leere, die hinter dem vermeintlich Eindeutigen liegt.

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Hermann Präg

Zu sehen sind ausschließlich Schwarz-Weiß-Bilder, in denen Licht und Dunkelheit aufeinanderprallen. Für die tiefen Schwarztöne mancher Arbeiten nutzte Präg eine spezielle Drucktechnik mit Rußpartikeln. Das Hauptwerk der Schau, „Der namenlose Himmel”, misst 180 x 120 cm und umschließt den davorstehenden Betrachter körperlich.

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Hermann Präg

Präg hat mit seinen Arbeiten bereits internationale Anerkennung gefunden: Mit dem titelgebenden Bild „Vakuum” wurde er zum „Abstract Photographer of the Year 2024″ gekürt. Zur Ausstellung erscheint ein Bildband mit Prägs Foto-Arbeiten der letzten zehn Jahre, ergänzt um einen Text des Philosophen Marcus Steinweg, der unter anderem eng mit Thomas Hirschhorn und Rosemarie Trockel zusammenarbeitet. Steinweg beschreibt Prägs Anliegen so: Es gehe um ein Licht, das nicht erhellt, sondern die Risse im Sichtbaren freilegt.
Zweiter Termin: Kulturnacht Silbertal

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Hermann Präg

Zusätzlich zeigt die MAP-Galerie in Kooperation mit der Kristbergbahn ein eigenes Projekt zur Kulturnacht Montafon: Zwei Schwarz-Weiß-Bilder der Silbertaler Lobspitze, beide mit vertauschten Rollen von Berg und Himmel. Im einen Bild löst sich der Berg auf, während der Himmel seine Felsstruktur annimmt; im anderen wird der Berg zum Negativ seiner selbst. Der gewohnte Blick auf die Landschaft kippt so gleich zweifach ins Gegenteil. Die Botschaft dahinter: Die Welt steht Kopf. Hoch an der Zeit also, sie wieder auf die Füße
zu stellen. Also, kehrt um!