Nenzinger übernimmt Spitzenpositionen in London und San Francisco

Manfred Honeck wird Principal Conductor des Philharmonia Orchestra und Festival Director.
schwarzach Manfred Honeck übernimmt ab der Saison 2028/29 gleich zwei neue Spitzenpositionen im internationalen Musikleben. Der Vorarlberger Dirigent wird siebter Principal Conductor des Philharmonia Orchestra in London und zugleich Festival Director der San Francisco Symphony. Die Position in San Francisco wurde eigens für ihn geschaffen. Beide Aufgaben laufen zunächst bis einschließlich der Saison 2032/33. Parallel dazu bleibt Honeck Music Director des Pittsburgh Symphony Orchestra, dessen Vertrag ebenfalls bis 2032/33 verlängert wurde.
Für Honeck entsteht damit ein ungewöhnliches Dreieck zwischen Pittsburgh, London und San Francisco. Das Pittsburgh Symphony Orchestra bezeichnet er weiterhin als Fundament seines künstlerischen Schaffens. London soll ihm künftig eine neue künstlerische Heimat in Europa bieten. Beim Philharmonia Orchestra, das seit seiner Gründung 1945 zu den bedeutenden Klangkörpern Großbritanniens zählt, will Honeck an dessen spezifischer Klangtradition weiterarbeiten und zugleich neue Publikumsschichten erreichen.
Eine besondere Rolle kommt seiner Aufgabe in San Francisco zu. Als Festival Director wird Honeck ab 2028/29 in jeder Saison ein mehrwöchiges Festival gestalten. Im Zentrum sollen universelle Aspekte menschlicher Erfahrung stehen. Honeck spricht von einem „leidenschaftlichen Fest des Menschseins“ und kündigt an, zentrales Repertoire auf neue und unerwartete Weise präsentieren zu wollen. Die San Francisco Symphony, 1911 gegründet, zählt zu den traditionsreichsten Orchestern der USA. Ab der Saison 2027/28 übernimmt Elim Chan dort das Amt der Music Director.
Weltkarriere
Der Gesamtumfang von Honecks Dirigiertätigkeit soll trotz der neuen Funktionen im Wesentlichen unverändert bleiben. Dafür will er die Zahl seiner Gastdirigate reduzieren. In den vergangenen Jahrzehnten stand er am Pult nahezu aller großen europäischen und amerikanischen Orchester, darunter die Berliner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Royal Concertgebouw Orchestra, das New York Philharmonic und das Chicago Symphony Orchestra.
Honeck, in Nenzing geboren und in Wien ausgebildet, war viele Jahre Mitglied der Wiener Philharmoniker und des Wiener Staatsopernorchesters. Seine Dirigentenlaufbahn begann er als Assistent von Claudio Abbado. Später führten ihn Stationen unter anderem nach Zürich, Leipzig, Oslo, Stockholm und Stuttgart. Beim Pittsburgh Symphony Orchestra geht er inzwischen in seine 19. Saison. Zuletzt kehrte er im Sommer 2026 zu den Salzburger Festspielen zurück und dirigierte dort mit den Wiener Philharmonikern Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“.
Mit den beiden neuen Aufgaben verankert sich Honeck nun gleichermaßen auf beiden Seiten des Atlantiks. Sein künstlerisches Zentrum bleibt Pittsburgh, hinzu kommen ein fester europäischer Schwerpunkt in London und ein neu geschaffenes Festivalformat in San Francisco.
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Das Philharmonia Orchestra wurde über acht Jahrzehnte von Dirigenten wie Herbert von Karajan, Otto Klemperer, Riccardo Muti und Esa-Pekka Salonen geprägt. Honeck tritt damit in eine lange, prominente Tradition ein.