Zwischen großen Sinfonien und neuen Klängen

SOV startet am kommenden Wochen mit Herbert Willi in die Saison 2026/27.
Bregenz Feldkirch Mit Schuberts „Großer“ C-Dur-Sinfonie eröffnet das Symphonieorchester Vorarlberg am kommenden Wochenende die Saison. Die Konzerte spannen den Bogen von Mozart und Herbert Willi über Schumann, Dvořák und Rachmaninow bis zu Beethoven und Brahms, ergänzt im November durch „texte & töne“ mit einer Uraufführung.

Am Pult des Eröffnungskonzerts steht Chefdirigent Leo McFall. Auf Mozarts Ballettmusik aus „Idomeneo“ folgt „Ego eimi“, das Klarinettenkonzert des Vorarlberger Komponisten Herbert Willi mit Solistin Sharon Kam. Entstanden für die Salzburger Festspiele, gehört es zum Zyklus „Montafon“ und schöpft aus der Landschaft seiner Heimat. Klarinettensoli, Schlagwerk, Englischhorn und Harfe entfalten wechselnde Klangfarben. Den Abschluss bildet Schuberts „Große“, ein Werk weit ausschwingender Melodien, dessen monumentales Finale bereits auf Bruckner und Mahler vorausweist.

Das zweite Konzert widmet sich der Suche nach Klarheit und klassischer Form im frühen 20. Jahrhundert. Unter Sascha Goetzel erklingen Franz Schrekers „Intermezzo“, Dmitri Kabalewskis Violinkonzert mit Niek Baar und Alexander Zemlinskys „Sinfonietta“. Mittendrin steht Joseph Haydns g-Moll-Symphonie Nr. 39, die mit dramatischen Wendungen so gar nicht ins Bild vom abgeklärten Klassiker passt. Der Weg „zurück zu den Wurzeln“, zeigt das Programm, verlief alles andere als geradlinig.

Am 7. November öffnet „texte & töne“ das Abonnement für die Gegenwart. Im ORF-Landesstudio Dornbirn wird Martin Ritters Auftragswerk „We are still … and time moves through us“ uraufgeführt, angeregt von Texten der kanadischen Dichterin Elee Kraljii Gardiner. Der österreichische Komponist arbeitet mit elektronischen und mikrotonalen Mitteln. Dazu erklingen Magnus Lindbergs „Jubilees“ und Unsuk Chins „Graffiti“. Der Eintritt ist frei.
Suche nach der eigenen Stimme
Ebenfalls im November folgen zwei romantische Werke mit ganz unterschiedlicher Vorgeschichte. Schumann schrieb sein Cellokonzert in a-Moll 1850 in erstaunlich kurzer Zeit, kurz nach seinem Amtsantritt in Düsseldorf. Solist ist Sebastian Klinger, am Pult steht Marzena Diakun. Dvořáks Symphonie „Aus der Neuen Welt“ verbindet amerikanische Eindrücke mit böhmischer Herkunft.

Im Januar geht es um Werke, die beinahe unvollendet geblieben wären: Borodins „Prinz Igor“ wurde erst nach seinem Tod von Freunden fertiggestellt, Waltons Bratschenkonzert, dessen Solist Timothy Ridout ist, zunächst vom Auftraggeber zurückgewiesen. Leo McFall dirigiert zudem Rachmaninows zweite Symphonie, mit der sich der Komponist aus einer langen Schaffenskrise befreite.
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Im März dirigiert Katharina Müllner Werke von Wagner, Richard Strauss, Mendelssohn und Mozart, darunter Wagners zärtliches „Siegfried-Idyll“ und Mozarts festliche C-Dur-Symphonie; Matías Piñeira spielt Strauss’ zweites Hornkonzert. Das Saisonfinale im Mai gehört Beethovens „Tripelkonzert“ und Brahms’ erster Symphonie: Das eine sprengte gewohnte Formgrenzen, das andere rang Brahms sich nach Jahren im Schatten Beethovens ab. Die Abo-Konzerte finden abwechselnd am Samstag im Feldkircher Montforthaus und am Sonntag im Bregenzer Festspielhaus statt.