Auf der Bühne verschwinden

Albert Mayr verwandelt in der Galerie Lisi Hämmerle Spuren früherer Installationen und Performances in eine neue Rauminstallation.
bregenz Was bleibt von einer Performance, wenn der Moment vorbei ist? Albert Mayr zeigt in seiner Ausstellung „How to Hide on Stage“ keine abgeschlossene Rückschau, sondern nimmt Versatzstücke früherer Installationen und Performances auf, um sie neu zusammenzusetzen. Gemeinsam mit dem Interieur der Galerie werden sie zum Ausgangsmaterial einer Rauminstallation, die den Ort und die Wahrnehmung seiner Besucherinnen und Besucher verändert.
Mayrs Arbeiten bewegen sich zwischen Sound, Installation und Medienkunst. Im Zentrum steht das Verhältnis von Klang und Raum: Wie wird ein Ort durch Geräusche erfahrbar? Was lenkt den Blick, was bleibt verborgen? Schon der Ausstellungstitel deutet ein Spiel mit Sichtbarkeit und Rückzug an. Die Bühne ist dabei nicht nur ein Ort des Zeigens. Sie kann auch Versteck, Kulisse und ein Raum sein, in dem sich Wahrnehmung verschiebt. Ergänzt wird die Installation durch Collagen und Zeichnungen. Sie liegen zwischen Notation, Skizze und Dokumentation und geben Einblick in die Entstehung und Durchführung von Mayrs Projekten. Die Blätter sind damit mehr als Begleitmaterial: Sie machen sichtbar, wie Ideen geformt und in konkrete Situationen übertragen werden. Zugleich bleibt offen, ob sie als Plan, Erinnerung oder eigenständige Arbeit gelesen werden wollen.
Zweite Einzelausstellung
Der 1975 geborene Künstler studierte nach seiner Ausbildung an der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien Neue Medien an der Akademie der bildenden Künste bei Peter Kogler. Seine Arbeiten wurden in Österreich und international gezeigt, unter anderem im Museum Ostwall in Dortmund, im M HKA in Antwerpen, im Künstlerhaus Graz und im Kunstraum Innsbruck. Weitere Stationen waren das Österreichische Kulturforum Warschau, das State Museum of Contemporary Art in Thessaloniki, ReMap Athens und das Donaufestival Krems. „How to Hide on Stage“ ist Mayrs zweite Einzelausstellung in der Galerie Lisi Hämmerle. „Row Row Row“ zeigte im Jahr 2020 eine großflächige, den ganzen Raum einnehmende Videoinstallation des österreichischen Künstlers. Die Ausstellung ist vom 3. Oktober bis 6. November zu sehen. Eröffnet wird sie am 2. Oktober um 19 Uhr in Anwesenheit des Künstlers.