International gefeierter Countertenor erneut zu Gast in Götzis

Rasende Ritter, schöne Zauberinnen und große Gefühle beim 4. Abo-Konzert des Concerto Stella Matutina
Götzis Vor drei Jahren sorgte der junge Sänger Nicolò Balducci beim Concerto Stella Matutina für Begeisterung und Standing Ovations. Inzwischen ist der 1999 geborene italienische Countertenor und Sopranist auf internationalen Bühnen zu Hause: Oper Köln, Opéra de Toulon, Palau de les Arts in Valencia und Opéra Royal de Versailles zählen zu seinen bisherigen Stationen. Die US-Plattform OperaWire rühmte seinen „Gesang voller Freude und Freiheit“, das britische Fachmagazin Gramophone sein „kristallklares Timbre“ und die „beneidenswerte Beweglichkeit seiner Koloraturen“. Am 9. und 10. Oktober kehrt Balducci nun nach Götzis zurück. Unter dem Titel „Nicolò Furioso“ widmet sich das vierte Abo-Konzert dem wohl unerschöpflichsten Stoff der Barockoper: Ariosts „Orlando furioso“.

Als Nicolò Balducci vor drei Jahren mit dem Programm „Farinelli furioso“ erstmals beim Concerto Stella Matutina gastierte, war er noch ein Geheimtipp. Die beiden Konzerte in Götzis endeten mit Standing Ovations. Seither hat der Sänger eine bemerkenswerte internationale Karriere gemacht. Er gewann unter anderem den ersten Preis und den Young Artist Prize beim Renata-Tebaldi-Wettbewerb und wurde beim Cesti-Wettbewerb der Innsbrucker Festwochen mit dem dritten Preis und dem Young Artist Award ausgezeichnet. 2025 war er für seine Darstellung des Lucio Cinna in Mozarts „Lucio Silla“ am Landestheater Salzburg für den Österreichischen Musiktheaterpreis als bester männlicher Newcomer nominiert.
Orlando – die erste Fantasy-Soap
Könige, Kriegerinnen, schöne Zauberinnen, Fabelwesen und ein bis zum Wahnsinn verliebter Ritter: Ludovico Ariostos „Orlando furioso“ hatte schon vor 500 Jahren alles, was eine gute Geschichte braucht. Als das Versepos 1516 erstmals erschien, ahnte wohl niemand, dass es die europäische Bühnenwelt über Jahrhunderte beschäftigen würde. Die Geschichte um den rasenden Roland, Angelica, Medoro und die Zauberin Alcina wurde zum Ausgangspunkt für unzählige Opern. Das Concerto Stella Matutina folgt in seinem neuen Programm den Spuren dieses musikalischen Universums. Zu hören sind Werke von Jean-Baptiste Lully, Agostino Steffani, Nicola Porpora, Antonio Vivaldi, Johann Adolf Hasse und Georg Friedrich Händel. Sie erzählen von unerfüllter Liebe, Eifersucht, Wahnsinn und Zauberei und zeigen zugleich, wie unterschiedlich Komponisten aus verschiedenen europäischen Musikzentren mit demselben Stoff umgingen.
Gerade für einen Sänger wie Balducci bietet dieses Repertoire reichlich Gelegenheit, seine außergewöhnliche Beweglichkeit und seine spektakulären Koloraturen zu zeigen. Auf dem Programm stehen unter anderem Arien aus Händels „Ariodante“, „Orlando“ und „Alcina“ sowie Vivaldis „Orlando furioso“. Dazu kommen die Ouvertüre zu Hasses „Il Ruggiero“ und Suiten aus Lullys „Roland“ und Steffanis „Orlando generoso“.
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„Nicolò Furioso“ ist damit nicht nur die Rückkehr eines Sängers, der das Götzner Publikum bereits vor drei Jahren begeistert hat. Es ist auch eine Reise durch mehr als ein halbes Jahrhundert europäischer Operngeschichte: von der französischen Hofoper Lullys bis zum Londoner Opernbetrieb Händels.