Behmann-Orgel erwacht aus dem Dornröschenschlaf

Jürgen Natter präsentiert seine CD „J. S. Bach – Orgelwerke – In memoriam Karl Richter“.
Bregenz Für Orgelfreunde sollte dieser Abend ein Pflichttermin sein: Am Donnerstag, 15. Oktober, präsentiert der Feldkircher Organist Jürgen Natter um 19.30 Uhr im Kuppelsaal der Vorarlberger Landesbibliothek in Bregenz seine neue Doppel-CD „J. S. Bach – Orgelwerke – In memoriam Karl Richter“. Der Termin fällt auf den 100. Geburtstag des Widmungsträgers: Karl Richter, am 15. Oktober 1926 in Plauen geboren, prägte als Organist und Leiter des Münchener Bach-Chors die Bach-Interpretation der Nachkriegsjahrzehnte.
Neben Ausschnitten aus der Einspielung wird auch die hauseigene Behmann-Orgel aus dem Jahr 1921 zu hören sein. Das Instrument, eine der wenigen Konzertorgeln in Vorarlberg, erklingt nach langem Dornröschenschlaf erstmals wieder konzertant. Natter ist es ein Anliegen, die Orgel ins öffentliche Bewusstsein zurückzuholen. Sie ist solo und im Duett mit der Cellistin Isabella Fink zu erleben.
Die CD hat bereits überregional Beachtung gefunden: Die norddeutsche Plattform Musikmedienhaus nannte sie eine Bereicherung selbst für Hörer, die Bach schon in mehreren Gesamtaufnahmen besitzen.
Jürgen Natter studierte am Konservatorium Feldkirch Orgel, Cembalo, Klavier und Dirigieren und schloss ein Konzertfachstudium bei Guy Bovet an der Musikakademie Basel an. Er konzertiert als Solist an Orgel und Cembalo, als Kammermusiker und Dirigent. 2003 gewann er den Orgel-Improvisationswettbewerb Laurentius von Schnifis, seit 2025 ist er Hauptorganist der Pfarrei Richterswil-Samstagern im Kanton Zürich. Isabella Fink studierte Cello und Musikerziehung in Feldkirch, Innsbruck und Wien. Sie unterrichtet am Bundesgymnasium Gallusstraße in Bregenz und leitet den Bahnhofchor in Andelsbuch.
Durch den Abend führt Ulrike Längle, Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin und frühere Leiterin des Franz-Michael-Felder-Archivs. Sie liest zudem aus ihrer Novelle „Bachs Biß“, die im Bach-Jahr 2000 in der Edition Isele in Eggingen erschienen und inzwischen vergriffen ist. Erzählt wird darin eine fiktive Liebesgeschichte des jungen Johann Sebastian Bach mit einer Patrizierstochter aus Lüneburg, wo der früh verwaiste Bach von 1700 bis 1702 die Michaelisschule besuchte.
Der Eintritt ist frei, um Anmeldung über veranstaltungen-vorarlberg.at wird gebeten.