„Simsalabim, Simon Brenner“

Luca Kieser ist zu Gast im neuen Literaturhaus-Format „Im Gewächshaus“.
Hohenems Welche Stationen durchläuft ein Text, bevor er veröffentlicht wird? Wo beginnt er und wohin entwickelt er sich während des Schreibprozesses? Das neue Literaturhaus-Format „Im Gewächshaus“ in Hohenems gibt Autoren Raum, um genau diesen Fragen nachzugehen. Zum Auftakt der Reihe bringt Luca Kieser am 21. Oktober um 19 Uhr nicht nur seinen neuen Roman „Simsalabim, Simon Brenner“, sondern auch verschiedene Manuskriptfassungen und Materialien mit und erzählt damit vom Wachsen seines Textes. Eine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte hat er ebenfalls im Gepäck, denn so wie die Hauptfigur in seinem Werk wurde auch der Autor während seiner Recherchen zum verdeckten Ermittler.
In „Simsalabim, Simon Brenner“ erschafft der Autor eine Figur, die zwischen Fiktion, Autobiografie und Realität schwankt, und dabei manchmal aus dem Gleichgewicht gerät. Ausgangspunkt seines Werkes ist das Heidelberg des Jahres 2010: Dort engagierte sich ein verdeckter LKA-Ermittler unter dem Decknamen Simon Brenner rund neun Monate lang in verschiedenen linken Initiativen.
Dieser reale Ermittler wird – Simsalabim – zur Hauptfigur in Kiesers Roman. Doch auch der Autor, der 2010 selbst in Heidelberg studierte, schreibt sich in die Geschichte ein und wird zum Ich-Erzähler. Gemeinsam mit seinem Führungsoffizier Wolfgang erschafft der fiktive Luca Kieser die Figur des Simon Brenner, der eine ungeahnte Vorliebe für Wolf Haas-Krimis entwickelt. Zunehmend verwischen so die Grenzen zwischen dem realen Ermittler, der literarischen Figur und ihrem Schöpfer. Aus einer politischen Affäre entsteht ein autofiktionaler Roman über Überwachung und Vertrauen, Verwandlung und Verrat.
Das Literaturhaus-Format „Im Gewächshaus“ schafft ideale Gesprächsbedingungen für Autorinnen und Autoren in unterschiedlichen Phasen ihres Schreibens: Sei es mit einem Debüt, einem neuen Projekt oder an einem Punkt, an dem sich ihr Schreiben verändert und neue Wege einschlägt. Welche Form der Abend annimmt, entwickelt sich mit den jeweiligen Gästen und ihrer Arbeit. Im Mittelpunkt können verworfene Möglichkeiten stehen, ein noch unfertiger Text, eine neue literarische Sprache, ein künstlerisches Wagnis oder eine Frage, die von Buch zu Buch weiterwächst.