Ein Garten für fünf neue Positionen

Kultur / 23.10.2026 • 14:23 Uhr
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Claudia Polz, Absolventin des Londoner Central Saint Martins College, arbeitet mit Malerei, Zeichnung, Installation und Fotografie. Polz

In der Villa Claudia zeigt „Moments in our garden“ Werke zwischen Zeichnung, Malerei, Skulptur und Installation.

Feldkirch Ein Garten ist ein Ort, an dem Unterschiedliches nebeneinander wachsen darf. Unter diesem Bild versammelt KunstVorarlberg bis zum 22. November fünf neue Mitglieder in der Feldkircher Villa Claudia. Mit der Aufnahme von Stefan Gander-Schwarzenauer, Benny Gleeson, Lothar Ämilian Heinzle, Claudia Polz und Gerda Tschofen zählt die Künstler:innenvereinigung nun 72 Mitglieder. Ihre Arbeiten treten in der Ausstellung „Moments in our garden“ in einen Dialog: Comic-Zeichnungen treffen auf Malerei, Skulptur und Installation, persönliche Erfahrungen auf gesellschaftliche Fragen.

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Benny Gleeson – Drumhead. Lehmputz auf Epoxyharz stabilisiertem Trommelfell. gleeson

Stefan Gander-Schwarzenauer aus Dornbirn verbindet in seiner Serie „Kreuzgang des Animismus“ christliche Passion mit einer technisierten, dystopischen Science-Fiction-Welt. Die psychedelisch anmutenden Zeichnungen kreisen um die Frage, was verloren geht, wenn Digitalisierung und künstliche Intelligenz das Geheimnisvolle verdrängen. Am Ende wächst ein Baum aus einem Körper. Das Bild öffnet einen Weg zurück zur Natur und verleiht der düsteren Vision einen hoffnungsvollen Zug.

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Lothar Heinzle – Es gibt nichts…, Grafit auf Seidenpapier.LELO

Auch Benny Gleeson kommt aus einer anderen künstlerischen Praxis. Der ehemalige Drummer der Rockformation „The Wanted“ und Mitbegründer des Dornbirner Jazzseminars wandte sich vor zehn Jahren der bildenden Kunst zu. Für seine Selbstporträts verwendet er mit Epoxidharz stabilisierte Trommelfelle. Lehmputz und Erdpigmente geben den Oberflächen eine erdige Anmutung; eingravierte Spuren der Trommelstöcke erinnern an die Musik. Skulpturen thematisieren die Freiheit der Kunst.

Verschiedene künstlerische Handschriften

Lelo, der Künstlername von Lothar Ämilian Heinzle, war lange Leiter der Meisterklasse für Kommunikationsdesign an der Graphischen in Wien. Seine Werkgruppe „Lineamente“ geht auf eine Lichtinstallation an der Bludenzer Dreifaltigkeitskirche zurück. Heinzle überträgt deren Formen auf Seidenpapier und reduziert sie zu Linien und Zeichen. Schrift verliert dabei ihre sprachliche Funktion. Als eigenständige Spur wird sie zum Ausdruck individueller Verletzlichkeit.

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Stefan Gander-Schwarzenauer – Kreuzweg des Animus 3. Gander-Schwarzenauer

Claudia Polz aus Götzis, Absolventin des Londoner Central Saint Martins College, arbeitet mit Malerei, Zeichnung, Installation und Fotografie. Sie untersucht grundlegende Bedingungen menschlicher Existenz: die Entwicklung des Menschen im Lauf der Zeit ebenso wie seine sozialen Beziehungen. Ihre Werke halten Beobachtungen fest, ohne sie plakativ auszustellen. Sie erscheinen als leise Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse. Bei Gerda Tschofen aus Schruns bildet die Natur den Ausgangspunkt. Ihre grafisch wirkenden Mischtechniken schöpfen aus tief eingeprägten Sinneswahrnehmungen und deren Erinnerung. Farbe, Linie und Fläche werden in einem offenen, experimentellen Prozess immer neu zueinander in Beziehung gesetzt. Dabei bleibt die Arbeit in Bewegung – zwischen dem Wiedererkennen einer Landschaft und der Loslösung von konkreten Formen, zwischen Wirklichkeit und Abstraktion.

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Gerda Tschofen – Distant Heights, Mixed Media.Gerda Tschofen

Der Titel wird zum Programm: Der Garten ist kein einheitliches Bild, sondern ein gemeinsamer Raum, in dem verschiedene künstlerische Handschriften ihre Eigenständigkeit bewahren und Nachbarschaften bilden.