Wenn Zeit nicht alle Wunden heilt

Kultur / 27.10.2026 • 11:19 Uhr
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Alexandra Stanić erzählt in ihrem Podcast „alles stabil“ davon, was es bedeutet, einen nahestehenden Menschen zu verlieren.Hanna Fasching

Alexandra Stanić und Arpana Aischa Berndt sprechen über Verlust und den Alltag mit Trauer.

Hohenems Seit dem Tod einer ihrer besten Freundinnen spricht die Journalistin und Autorin Alexandra Stanić öffentlich über ihre Trauer. Im Literaturhaus Vorarlberg hat sie auch für die Reihe „zwischenfragen“ Trauer zum Thema ihres Abends gemacht und trifft am Donnerstag, 29. Oktober um 19 Uhr auf die Autorin Arpana Aischa Berndt.

Wie lebt man weiter, wenn eine Freundin fehlt? Wie viel Zeit und Verständnis gesteht das Umfeld den Trauernden zu? Darf man im Alltag dem Verlust auch dann noch den Raum öffnen, wenn alle anderen längst zur Normalität zurückgekehrt sind? Stanić und Berndt sprechen über persönliche Verlusterfahrungen und darüber, wie es sich anfühlt, aufgrund gesellschaftlicher Erwartungen, wieder funktionieren zu müssen, obwohl für einen selbst alles anders ist.

Zwischenfragen

Arpana Aischa Berndt, die Prosa, Essays sowie Drehbücher schreibt und Kolumnistin des Missy Magazins war, stellte bereits 2025 gemeinsam mit der Schauspielerin Marie Rosa Tietjen im Text für „Anders Lost – My Kung-Fu Conversation with Loneliness“ an der Berliner Volksbühne die Frage, wohin sich Gedanken, Sprache und Witze richten, wenn der Mensch, an den sie gerichtet waren, fehlt.

Alexandra Stanić macht ihre Trauer um ihre Freundin nicht nur auf Instagram öffentlich, sondern erzählt auch in ihrem Podcast „alles stabil“ davon, was es bedeutet, einen nahestehenden Menschen zu verlieren. Nachdem Sie als Chefreporterin bei VICE Österreich und beim Wiener Magazin biber tätig war, erscheint nun am 11. November ihr erstes Sachbuch „Ausländergöre. Über die schmerzhafte Erfahrung, nie dazuzugehören“. Darin verbindet die Tochter bosnischer Eltern ihre persönliche Migrationsgeschichte und ihr queeres Aufwachsen mit einer politischen Analyse von Klassenfragen, Misogynie und Rechtspopulismus

Mit den „zwischenfragen“ lädt das Literaturhaus Vorarlberg zweimal im Jahr eine Persönlichkeit aus Literatur oder Kultur ein, für einen Abend mit einer sehr persönlichen Fragestellung und einem Wunschgast ins Literaturhaus einzuziehen. Alexandra Stanić bringt im Gespräch mit Arpana Aischa Berndt eine Erfahrung auf die Bühne, die sich in ihr Herz eingenistet hat: Die Trauer und das Leben mit einem Verlust.