Tanz im Ausnahmezustand

Kultur / 03.11.2026 • 14:54 Uhr
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Die Produktion “Delay The Sadness” eröffnet die neue Saison des Bregenzer Frühlings.Vitali_Akimov

Bregenzer Frühling 2027: Vier Compagnien, ein Theaterstück, ein Film sowie neue Vermittlungsangebote.

bregenz Vier internationale Tanzcompagnien, eine Theateruraufführung und ein Tanzfilm prägen das Programm des Bregenzer Frühlings 2027. Unter dem Titel „Seven Seven – Falling from Heaven“ lädt der Kulturservice der Stadt von März bis Mai ins Bregenzer Festspielhaus, ins Kunsthaus und ins Theater Kosmos, das künftig als Schauspielhaus Bregenz firmiert. Neue Formate wenden sich zudem an ein junges Publikum. Das Motto für die kommende Saison verweist auf den international gebräuchlichen Transpondercode 7700, mit dem ein Flugzeug eine Notlage meldet. Das Festival überträgt dieses Bild des Kontrollverlusts auf den Tanz: Körper geraten aus dem Gleichgewicht, stürzen und werden aufgefangen. Aus dem Wechselspiel von Haltlosigkeit und Halt entsteht neue Bewegung.

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Die São Paulo Dance Company bringt drei Stücke mit nach Bregenz: „Fishy“, „Umbó“ und „Ataraxia“.Iari_Davies

Den Kern des Programms bilden die vier Tanzgastspiele. Eröffnet wird der Reigen am 6. März von der israelischen Choreografin Sharon Eyal. Ihr Stück „Delay the Sadness“ nimmt seinen Ausgang von einem persönlichen Verlust Eyals; es kreist um Trauer und Erinnerung, ohne die Zuversicht aus dem Blick zu verlieren. Am 19. März gastiert die britische Compagnie Far From The Norm mit „Blkdog“ im Festspielhaus. Choreograf Botis Seva verschränkt darin Hip-Hop und zeitgenössischen Tanz zu einem Stück über Identität und den Druck gesellschaftlicher Erwartungen. Die Produktion wurde mit einem Olivier Award ausgezeichnet. Das Gastspiel ist eine Kooperation mit dem Festspielhaus St. Pölten. Die São Paulo Dance Company aus Brasilien stellt am 30. April drei Arbeiten mit jeweils eigener Bewegungssprache vor: „Fishy“, „Umbó“ und „Ataraxia“. „Fishy“ ist dabei zum ersten Mal in Österreich zu erleben. Den Schlusspunkt der Tanzreihe setzt am 29. Mai das Tao Dance Theater aus China. Choreograf Tao Ye zeigt die Stücke „16“ und „17“, die von großer Präzision und streng gefügten Formationen leben.

Film und Theater

Am 15. April ist in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Bregenz der Tanzfilm „The Ferryman“ zu sehen, in dem Regisseur Gilles Delmas eine Choreografie von Damien Jalet in Bilder übersetzt. Im Anschluss führen Judith Reichart, Leiterin des Kulturservice, und KUB-Direktor Thomas D. Trummer im Dialog durch die aktuelle Ausstellung. Das Schauspiel hat seit vielen Jahren seinen festen Platz im Festival. Das aktionstheater ensemble bringt am 21. Mai unter der Regie von Martin Gruber „Was wir glauben“ zur Uraufführung, einen Abend, der gesellschaftliche Gewissheiten auf den Prüfstand stellt. Weitere Vorstellungen im Theater Kosmos folgen am 22. und 23. Mai.

Workshops und gemeinsames Eintanzen

Mit „Step into the Mood of Art – Dance“ hält zeitgenössischer Tanz Einzug in Vorarlberger Schulen und Bregenzer Jugendeinrichtungen. Das Projekt, getragen von den städtischen Abteilungen Kulturservice und Veranstaltungen sowie Sozialservice und Gesellschaft, umfasst Workshops zur Produktion „Blkdog“; am 19. März besuchen die Teilnehmenden dann gemeinsam die Vorstellung. So lernen Jugendliche neue Ausdrucksformen des Tanzes aus nächster Nähe kennen. Neu ist auch „Body Talk – Eintanzen für Mutige“: Vor den Vorstellungen bittet die Bregenzer Tänzerin und Choreografin Silvia Salzmann das Publikum zum gemeinsamen Warm-up und eröffnet dabei einen Zugang zu den jeweiligen Stücken. Getanzt wird von 19 bis 19.25 Uhr im Parkstudio, Einlass ist ab 18.45 Uhr.

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Der Tanzpass für sämtliche Vorstellungen ist bis 5. März 2027 erhältlich und gewährt 20 Prozent Ermäßigung. Erstmals aufgelegt wird zudem der „Tanzpass next“, ein Abonnement für junge Menschen bis zum vollendeten 27. Lebensjahr zum Preis von 77 Euro. Der allgemeine Kartenverkauf ist bereits gestartet.