Eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte

Kultur / 04.11.2026 • 12:54 Uhr
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Wenzel Frick (links) und sein Lehrer Takeo Sato gestalteten Jorge Cardosos „Milonga“ als Gitarrenduo.Andreas Marte

Studierende der Stella Musikhochschule präsentierten ein abwechslungsreiches Gitarrenprogramm.

Feldkirch Welche Ausdrucksmöglichkeiten in den sechs Saiten der Gitarre stecken, zeigten Studierende der Stella Vorarlberg Privathochschule für Musik bei einem Mittagskonzert im Montforthaus Feldkirch. Unter dem Titel „Zeitachsen – Bach to the Present“ präsentierte die Gitarrenklasse von Takeo Sato einen ebenso abwechslungsreichen wie anspruchsvollen Streifzug durch drei Jahrhunderte Musikgeschichte. Den Anfang machte Miroslava Dimitrova mit dem Andante aus Johann Sebastian Bachs zweiter Violinsonate. Die Übertragung auf die Gitarre verlangt besondere Aufmerksamkeit für die melodischen Linien und ihre harmonischen Verflechtungen. Dimitrova eröffnete damit einen reizvollen Blick auf die barocke Klangwelt. Mit Ralph Towners „Green and Golden“ wechselte sie anschließend in die Gegenwart. Der amerikanische Gitarrist und Komponist verbindet in seiner Musik Einflüsse aus Jazz, Klassik und improvisatorischer Freiheit. Gerade dieser Kontrast machte deutlich, wie selbstverständlich sich die Gitarre zwischen unterschiedlichen musikalischen Welten bewegt.

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Andreas Marte

Mit Johann Kaspar Mertz rückte anschließend die romantische Gitarrenliteratur in den Mittelpunkt. Julia Kartnig widmete sich dem poetischen Charakterstück „An Malvina“, während Julian Vottner mit der „Elegie“ die nachdenkliche, melancholische Seite des Komponisten vorstellte. Beide Werke verlangen neben technischer Sicherheit vor allem Gespür für melodische Bögen, klangliche Abstufungen und musikalischen Atem.

Spanische Gitarrenmusik

Dass die Gitarre auch ein Instrument virtuoser Brillanz ist, zeigte das folgende Programm. Ema Posavec-Kovač stellte sich mit Giulio Regondis Etüde Nr. 8 einer technisch anspruchsvollen Komposition, während Marian Metsch mit Francisco Tárregas „Maria (Gavota)“ einen eleganten Ausflug in die spanische Gitarrentradition unternahm. Zita Brodarics führte mit Antonio Ruiz Pipós „Canción y Danza“ diese Linie fort. Hier begegnen einander gesangliche Passagen und rhythmische Lebendigkeit, zwei Eigenschaften, die den besonderen Reiz der spanischen Gitarrenmusik ausmachen. Im letzten Teil des Konzerts verlagerte sich der musikalische Schwerpunkt nach Südamerika. Christian Kaltchev interpretierte Astor Piazzollas „Invierno Porteño“, eine musikalische Schilderung des Winters in Buenos Aires. Piazzollas unverwechselbare Verbindung von Tango, Melancholie und rhythmischer Spannung bildete einen reizvollen Kontrast zu den vorangegangenen Werken. Mit Jorge Cardosos „Milonga“ stand anschließend auch das gemeinsame Musizieren im Mittelpunkt. Wenzel Frick und sein Lehrer Takeo Sato gestalteten das Stück als Gitarrenduo. Den Abschluss bildete Máximo Diego Pujols „Pompeya“ aus der „Suite de Buenos Aires“. Hier erhielt die Gitarre mit der Querflöte eine zusätzliche Klangfarbe. Amin Asgari und Maria José Gómez ließen damit eine weitere reizvolle Facette der Kammermusik erkennen.

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Die sorgfältig zusammengestellte Werkauswahl machte die stilistische Bandbreite der Gitarrenliteratur anschaulich. Ein sympathischer musikalischer Streifzug, der zeigte, dass die Gitarre weit mehr zu bieten hat als virtuose Fingerfertigkeit.