Kälbergeburt auf der Weide
Zum Leserbrief von Herrn Thomas Humpeler „Stockschläge auf Mutterkuh“,
VN vom 9. 10. 2014:
Kälbchen Brigitte wurde auf der Weide geboren. Die Tatsachen: Nachbarn holten uns, wir sind sofort zur Weide, wo etliche Schaulustige standen. Wir hatten gar keinen Stock dabei! Ihre Anschuldigungen sind haltlos und unwahr. Wir wehren uns vehement! Die anderen Kühe bedrängten neugierig das Kalb. Wir drängten die Herdenmitglieder mit Worten und bloßen Händen zurück, damit die Mutter das Kalb ablecken konnte. Im Fahrradanhänger (dick mit Stroh gepolstert) nahmen wir das Kälbchen mit der Mutter in den Stall. Es hat weder Schläge noch Wutausbrüche gegeben, im Gegenteil: Alle haben sich gefreut. Zum Glück war unsere Nachbarin dabei und hat fotografiert.
Ein neugeborenes Kalb ist ein Baby und auf der Weide vielen Gefahren ausgesetzt. Es kennt noch keinen Zaun. Je nach Stellung der Mutter in der Herde kann es sein, dass Kalb und Kuh herumgeschubst werden. Die Weide liegt an einer viel befahrenen Straße. Unverantwortlich, das Kalb und die Mutter draußen zu lassen.
Kennen Sie den Begriff „bonding“? Kuh und Kalb sind gemeinsam mehrere Tage in einer ruhigen Box, die Mutter bekommt Heu, das Kalb kann jederzeit Milch trinken. Besser kann es nicht sein! 20 Leute haben gesehen, wie wir das Kälbchen mit der Mutter in den Stall brachten!
Fam. Sieghard Nagel, Landwirt, Rohrstraße 35, Höchst