Neuer

Leserbriefe / 22.10.2019 • 18:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Katakomben-Pakt

Während des II. Vatikankonzils verpflichteten sich 40 lateinamerikanische und einige europäische Bischöfe in der Domitilla-Katakombe in Rom zu einem einfachen Leben an der Seite der Armen. Während der noch bis zum 27.10. dauernden Amazonas-Synode unterzeichneten mehr als 40 Bischöfe aus der Amazonasregion, darunter zwei Kardinäle, einen neuen Katakomben-Pakt, eine neue Selbstverpflichtung, die Bischof Erwin Kräutler auf gut zwei Seiten ausformulierte. Sie verpflichten sich zum Schutz des Regenwaldes, zu einer synodalen Kirche, in der alle Getauften sich mit ihren Anliegen und Stärken einbringen können. Insbesondere der vielfältige Einsatz und Dienst von Frauen, die Gemeinschaften in Amazonien leiten, müsse anerkannt werden. Daher wollen die Bischöfe Frauen, die eine Dorfgemeinschaft und Gemeinde de facto leiten, „mit angemessenen Diensten und Ämtern stärken.“ In einem von Kardinal Hummes geleiteten Gottesdienst fand die Unterzeichnung statt. Dieser brasilianische Kardinal, der auch Hauptrelator der Amazonien-Synode ist, legte Bischof Kräutler am Schluss eine Stola des berühmten Erzbischof Helder Camara auf die Schulter, die dieser beim ersten derartigen Pakt 1965 getragen hatte. Helder Camara war einer der profiliertesten Vertreter der Befreiungstheologie, kämpfte während der Militärdiktatur für die Menschenrechte und gründete die ersten kirchlichen Basisgemeinden. Bischof Kräutler erwarb sich außerordentlich große Verdienste für die Amazonas-Region und ihre Einwohner.

Pfr. Helmut Rohner, Dornbirn