Das Schicksal
der Kurden

Leserbriefe / 01.11.2019 • 17:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Kurden gelten als viertgrößtes Volk des Nahen Ostens. Ihre Geschichte reicht bis ins zweite Jahrtausend vor Christus. Mangels anerkannter Grenzen eines Kurdenstaates nur als großes Siedlungsgebiet erfasst. Es liegt vor allem in den Gebirgsregionen im Südosten der Türkei, Nordwest-Syriens, im Nordirak und im Nordwesten Irans. Kleinflächig in Aserbaidschan und Armenien. Etwa 15 Millionen leben in der Türkei, zehn im Iran, zwischen vier und acht Millionen im Irak, etwa zwei Millionen in Syrien. Weltweit schätzt man zwischen 30 und 40 Millionen, 1,5 in Europa, die meisten in Deutschland mit ca. 850.000 Personen. Mit dem Untergang des Osmanischen Reiches entstand der kurdische Nationalgedanke. Die Siegermächte des Ersten Weltkrieges versprachen 1920 den Kurden Autonomie, es kam aber nicht dazu, weil Kemal Atatürk 1923 Widerstand leistete. Er hatte sie damals zu Bergtürken erklärt. Viele Kurden fordern von den Mutterstaaten Autonomie-Rechte und mehr Selbstbestimmung. Gerade der Einmarsch türkischer Truppen in Syrien erinnert die Welt an das ewige Schicksal der Kurden: Sie hoffen auf Selbstbestimmung, werden aber immer wieder verraten – von Freunden und Verbündeten. Also: ein Volk ohne Staat. Jahrzehntelange Verfolgung und Unterdrückung hat stets ihren Nationalismus befeuert, hat sie auch nie daran gehindert, sich gegenseitig im Stich zu lassen.

Werner Giacomuzzi, Lochau