Halloween-Wahn

Leserbriefe / 05.11.2019 • 18:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In Vorarlberg geht es den meisten Menschen gut, ja sogar sehr gut. Aber einige Kleinrentner, Alleinerzieher oder Familien mit geringem Einkommen müssen jeden Cent mehrmals umdrehen bevor sie ihn ausgeben. Wie müssen sich solche Menschen fühlen, wenn Kinder, die im Überfluss fast ertrinken, sich einen Jux mit ihnen erlauben, den sie „Brauch“ nennen. Die gedankenlos, rücksichtslos fordernden Kinder, die wahllos an jeder Tür klingeln, haben nicht mehr das Geringste mehr mit dem keltischen Ursprung von Halloween in der Keltenzeit gemeinsam, es kann also gar nicht von einem Brauch gesprochen werden, das ist Missbrauch. Unter dem Vorwand von Halloween fordern Kinder unter Androhung von Vergeltung Süßes, von dem sie sowieso das ganze Jahr weit über das gesunde Maß hinaus vertilgen. Eine Forderung unter Androhung von Vergeltung ist Nötigung, und das bleibt es, auch wenn es unter dem Deckmantel eines „lustigen Brauches“ daherkommt und nur ein lustiger Scherz sein soll. Kein Wunder, wenn die Habgier immer mehr überhandnimmt und Mitgefühl schon fast ein Fremdwort geworden ist. Jedes Unkraut beginnt winzig klein und harmlos.

Konrad Bachmann, Muntlix