Kein Tabu für Wallner

Leserbriefe / 17.11.2019 • 18:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

So, jetzt erfahren wir, dass die Landesgrünzone für den Landeshauptmann kein Tabu ist. Denn wenn nach vorgeblich mustergültig abgelaufenem Entwicklungsprozess das gemeine Volk demokratisch negativ entscheidet, bereitet dies LH Wallner Sorgen. Nur weil wir Vorarlberger glauben, uns in einer äußerst luxuriösen Position der Nahezu-Vollbeschäftigung zu befinden, müsse uns aber klar sein, dass die Investitionsbereitschaft von Familienbetrieben nicht gehemmt werden darf. Deshalb ist die Landesgrünzone keine Verbotszone mehr. Auch wenn die Kompensation eine große Rolle spielt, ist für Wallner klar: Punktgenaue Flächenkompensation wirds künftig nicht mehr spielen. Es ist extrem bedrohlich, wenn unser aller Umwelt, den Profiten der wenigen Privilegierten geopfert wird. In Zeiten des herausfordernden Klimawandels braucht es nicht ständig ressourcen- und energiefressende Betriebserweiterungen bzw. neue Müllfabriken. Nicht alle Gebirge müssen verseilbahnt werden, nicht jede sensible Schonfläche muss absoluten kommerziellen Wagnissportarten mit unvertretbarer Verletzungshäufigkeit geopfert werden. Der Landeshauptmann-Posten ist der des klugen Verwalters und im zuträglichen Maß des nachhaltigen Gestalters, aber keinesfalls der eines herrischen Kaisers, sonst stimmt was nicht im ghöriga Ländle. Statt phantasieloser Okkupation der Grünzonen und Schutzgebiete durch einheimische Unternehmen sowie Wegbereiter sollte wirklich intelligente Nutzung bestehender gewidmeter Flächen erfolgen. Nachhaltige, enkeltaugliche und vor allem auch leistbare Lösungen für die Bevölkerung haben absolute Priorität.

Hans Kegele, Bürs