Klare Worte eines Oberbürgermeisters

Leserbriefe / 24.11.2019 • 17:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Nach dem Terroranschlag auf die Synagoge in Halle an der Saale hisste die Stadt Kassel eine israelische Flagge vor dem Rathaus. Das störte einen Stadtratsabgeordneten der Linken-Partei. Er verlangte vom Bürgermeister eine Erklärung. Kassel hat wie Bregenz eine Städtepartnerschaft mit einer israelischen Stadt. Darauf konterte der SPD-Oberbürgermeister der Stadt, Christian Geselle, ein Verwaltungsjurist: „Mit dem Hissen der israelischen Fahne vor dem Rathaus hat die Stadt Kassel ihre Anteilnahme mit den Opfern ausgedrückt. Zugleich war dies ein deutliches Zeichen der Solidarität mit den Menschen jüdischen Glaubens. Dies wurde von der jüdischen Gemeinde positiv aufgenommen. Neben den rechtsextremen Ansichten und in bestimmten Kulturkreisen oft anerzogener Judenfeindlichkeit gibt es auch einen auf Israel bezogenen Judenhass. Jede antisemitische Aktion ist deshalb auch immer ein Angriff auf den Staat Israel. In Zeiten wie diesen, in denen Juden wieder offen diskriminiert und angegriffen werden, gilt es deswegen, klare Kante zu zeigen, vor allem gegen rechts, aber auch gegen jede andere Form von Extremismus. In historischem Bewusstsein um den Völkermord an sechs Millionen Juden stehen unser Land und unsere Gesellschaft unverbrüchlich an der Seite Israels, unabhängig von der israelischen Tagespolitik. Wir müssen Verantwortung übernehmen und antisemitischen Tendenzen vehement entgegenwirken. Das erwarte ich vor allem von allen politisch Aktiven.“

Dr. Wolfgang Hämmerle, Lustenau