Alpenrhein-

Leserbriefe / 25.11.2019 • 21:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Hochwassersicherheit

Am 16. November fand in Hard der Vortrag „Der Rhein – Fluch oder Segen?“ statt. Dabei wurde ein interessanter Überblick über die Geschichte und die Herausforderungen der Zukunft bezüglich des Alpenrheins vermittelt. Das Interesse war so groß, dass die anschließende Diskussion doppelt so lange gedauert hat wie der Vortrag. In der Diskussion wurde klar, dass der derzeitige Hochwasserschutz des Alpenrheins uns beinahe 120 Jahre vor Hochwasserkatastrophen bewahrt hat, wenn auch mit viel Glück. Seit dem Rheinhochwasser 1987 ist bekannt, dass der derzeitige Hochwasserschutz bei einer Hochwasserabflussmenge von 3000 m3/s mehr als am Limit und für die durch die Klimaveränderung zu erwartenden größeren Abflussmengen völlig unzureichend ausgebaut ist.

Seit 1987 ist auch klar, dass nur der rasche Ausbau von mehreren selbsttätigen Notüberläufen eine Katastrophe verhindern könnte. Nur durch Notüberläufe in die (zwischenzeitlich zumindest verordneten) Blauzonen lassen sich Abflussspitzen wirksam vermindern, wenn das Wasser bereits im Fluss ist. Durch die Ausleitung über Notüberläufe können und werden Schäden entstehen, sollten aber überschaubar sein. Ein Dammbruch und die daraus resultierende Katastrophe könnte aber vermieden werden. Soweit bekannt ist, befürwortet die IRR (Internationale Rheinregulierungskommission) die Schaffung von Notüberläufen. Seit 32 Jahren fehlen die politischen Bekenntnisse. Hinsichtlich wirkungsvoller Rückhaltemaßnahmen größerer Abflussmengen im Bereich der Zubringerflüsse besteht auch noch akuter Handlungsbedarf.

Peter Bonetti, Hard