TBC-Behandlung früher und heute

Leserbriefe / 19.12.2019 • 19:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Als älterer Bauer erinnere ich mich noch gut an die generelle TBC-Bekämpfung in den 1950er-Jahren. Damals waren auch ganze Viehbestände von der TBC betroffen. Auch unser Hof war betroffen. Die Tiere wurden aber nicht geschlachtet oder gar in der TKV vernichtet, sondern in sogenannten Abmelkställen in Baden-Württemberg, Bayern und nach Innerösterreich verkauft und dort noch jahrelang gehalten und gemolken. In all den Jahren der TBC-Bekämpfung (diese dauerte mehrere Jahre) hat man auf die Ansteckungsmöglichkeit innerhalb der Rinderbestände Acht gegeben, und es war nie von einer Ansteckungsgefahr durch Wildtiere die Rede. Und trotzdem wurde Vorarlberg ohne
öffentliche Hysterie seuchenfrei!

Ich würde den verantwortlichen Funktionären in der Landwirtschaftskammer und in den zuständigen Behörden etwas mehr Ruhe und Selbstdisziplin wünschen, statt sofort nach Schuldigen zu suchen – vor allem nicht bei solchen, die sich selbst nicht wehren können – nämlich bei den Wildtieren. Man sollte aber auch die betroffenen Bauern nicht dadurch ächten, dass man ihre landwirtschaftlichen Produkte vernichtet, sondern diese nach Möglichkeit verwertet, wie dies auch bei unseren Nachbarn in Tirol sowie in der Schweiz und in Deutschland geschieht.

Jakob Nußbaumer, Hittisau