Privilegierte
Erb­schaften

Leserbriefe / 20.12.2019 • 18:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der Wegfall der Erbschaftsteuer für kleinere, selbstbewohnte Immobilien an eigene Nachkommen ist eine gerechte Erleichterung. Das neue Erbschaftsteuergesetz (jetzt Grunderwerbsteuer) von ÖVP/SPÖ Mitterlehner/Kern, auch von Landeshauptmann Markus Wallner mitbeschlossen, hat jedoch gleichzeitig für privat bewirtschaftete große Immobilien, beim Übertrag auf Nachkommen im Familienbereich, den zukünftigen Besitzwirtschafter und Nutznießer eine unverhältnismäßig große Belastung eingebracht. Die Erbschaftsteuer für diesen Personenkreis mit bis zu 20-facher Erhöhung, in Stufensätzen bis 3,5 %, ist zukünftig eine diskriminierende Einzelbelastung für diesen. Andererseits wurden gleichzeitig von der Steuerverwaltung bekannte, kontrollierte Nutznießer in Österreich von immobilem Eigentum in Gesellschaften, bei familiärem Besitzwechsel, somit Nutzungswechsel mit höchstens 0,5 %, jedoch meistens gar keiner Erbschaftsteuer auf die Immobilienwerte, somit nur entlastet. Diese neue privilegierte Umgehung über vorgeschobene, sicher erlaubte Gesellschaften der neuen Nutznießer ist gesetzeswidrig. Es führt zu einer weiteren Unterdrückung des privaten Mittelstandes. Seit Bestehen des Artikel 6, Absatz 2, Staatsgrundgesetz hat er so manchem politischen Schwachsinn und Drehversuch die Stirn geboten. Es ist Staatsbürgerrecht, wonach österreichische Personen untereinander im Nutznießen, weder in ihrem Tun, Inhalt der weiteren von Vermögenswerten keine staatlichen Diskriminierungen erfahrenen dürfen. Da jetzt gesetzwidrig, ist der Steuersatz auf Immobilienübertragungen sofort für alle gleich auf 0,5 % festzusetzen.

Alwin Rohner,

Lauterach