Drei große Träume
der Menschheit

Leserbriefe / 07.01.2020 • 19:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Was soll man sich für 2020 erträumen? Welche sind diese drei? Der nachdenkliche Zeitgenosse mag „Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung“ sagen, und das wäre aktuell. Die drei großen Träume sind aber andere.

Erstens: Fliegen zu können. Nach der griechischen Sage bastelte Dädalus für seinen Sohn Ikarus mit Wachs zusammengehaltene Flügel und ermahnte ihn, weder zu hoch noch zu tief zu fliegen. Er flog jedoch zu hoch, näherte sich der Sonne, das Wachs schmolz, er stürzte ins Meer.

Wir können heute fliegen, aber nicht mit eigenen Flügeln. Wir fliegen viel zu viel und manchmal stürzt eine Maschine ab, z. B. wegen fehlerhafter Software. Dann hat Boeing Probleme.

Zweitens: Gold machen zu können. In Prag gibt es eine Goldmachergasse. Die Alchemisten bemühten sich (besonders im 17./18. Jhdt.) sehr, aus unedler Materie Gold herzustellen. Das misslang. Gold ist gerade derzeit wieder hoch im Kurs. Wir können es kaufen, aber nicht „machen“. Geld können wir machen, aber das ist auch nicht immer ein Segen.

Und der dritte Menschheitstraum? Er heißt ewige Jugend. Wo gibt es den Jungbrunnen, aus dem man jugendfrisch und glücklich heraussteigt? Biologie, Chemie und Medizin sind fast verzweifelt in dieser Richtung am Werk. Das hat auch seinen Preis, aber das Ende kommt doch.

Sollen wir uns nicht lieber Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung wünschen?

Mag. Dr. Hildegard Pfanner, Bregenz