Positive Jahresbilanz

Leserbriefe / 07.01.2020 • 19:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die katholische Reforminitiative Maria 2.0 wurde im Jänner dieses Jahres im deutschen Münster gegründet. Forderungen sind die Zulassung von Frauen zu allen Weiheämtern, die Aufhebung des Pflichtzölibats sowie die vollständige und transparente Aufklärung von Missbrauchsfällen. Aufmerksamkeit hat die Initiative vor allem im Mai durch ihren Aufruf zu einem Kirchenstreik bekommen. Frauen sollten eine Woche lang keine Kirche betreten und alle ihre ehrenamtlichen Dienste ruhen lassen. Auch in österreichischen Pfarreien wurde dieser Kirchenstreik durchgeführt. Die Sprecherin der Initiative Frau Voß-Frick zieht für heuer eine positive Bilanz: „Es wurde viel Wind und Veränderungsdruck in die Kirche getragen. Dazu zählt auch das Thema Selbstermächtigung. Die Menschen fühlen, dass sie selbst in der Kirche aktiv werden können und müssen.“ Mit Selbstermächtigung ist gemeint, dass die Frauen sich selbst die Rechte zuerkennen, die ihnen von den Kirchenmännern zu Unrecht vorenthalten werden. In Deutschland haben die aufmüpfigen Frauen auch einen Verbündeten im „Frauenbischof“ Bode von Osnabrück. Dieser sagte 2019, dass er sich Priester mit Familie und Zivilberuf sowie Frauen, die Eucharistiefeiern leiten, in seiner Diözese vorstellen könne. Im Bistum Osnabrück wird auch erstmals eine Frau als „Pfarrbeauftragte“ mit Vorgesetzten- und Leitungsfunktion in einer Pfarrgemeinde eingesetzt. Bode erklärte sich auch entschlossen, alles auszuschöpfen, was für Frauen möglich sei.

Pfr. Helmut Rohner, Dornbirn