Abschied mit Wehmut

Leserbriefe / 09.01.2020 • 17:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Am 1. Februar übernimmt die Supermarktkette Merkur das Lebensmittelgeschäft Riedmann in Altach. Da heißt es für eine große, hochzufriedene Stammkundschaft, Abschied zu nehmen. Rudolf Riedmann eröffnete 1936 eine kleine Metzgerei. Die Söhne Rudolfs und seiner Frau Theresia führten das Geschäft erfolgreich weiter, vergrößerten es, und unter den Enkeln, den jetzigen Geschäftsführern, Arno und Werner, wuchs der Lebensmittelmarkt zu einem der größten in unserem Land heran. Die Grundidee, nämlich vorsorgend zu helfen, erlebte ich schon als Zwölfjähriger, wie Rudolf und Theresia in den Vierzigerjahren der Nachkriegszeit vom großen Fenster, Richtung Straße heraus, warme Fleischsuppe in die Kannen der hungernden Menschen schöpften, ohne die damals karg bemessenen Lebensmittelmarken zu beanspruchen. Staunenswert ist die Energie, mit der die Riedmann-Familie das Geschäft in mehreren Zeitfolgen zu einem großen, topmodernen Nahversorger ausgebaut hat – mit bester Qualität, einer angenehmen, persönlichen Atmosphäre, getragen auch von den 48 tüchtigen und freundlichen Mitarbeitern.

Seit fünf Jahren ist das „Sonnentor“ mit biologischen Köstlichkeiten und daneben das feine Bistro ein Ort der Kommunikation und des Genusses. Neben dem „Goldenen Merkur“ konnte Riedmann noch acht wertvolle Auszeichnungen entgegennehmen. Der schönste Preis ist wohl der mit Wehmut verbundene Dank und die allseits geäußerte Wertschätzung des Riedmann-Marktes mit Herz und Seele.

Alois Schwienbacher, Altach