Wildes Gemetzel

Leserbriefe / 22.01.2020 • 18:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief „Wald, Wild und TBC“ von Gerhard Vith, vom 20. 1.:

Herr Vith spricht in seinem Leserbrief mehrere Aspekte der Wald-Wild-Thematik an, die nachdenklich stimmen. Insbesondere die Wortwahl der „Aufrüstung“ unter Zuhilfenahme hochspezialisierter Waffentechnik erinnert sehr an die Kriegstheorie von Thomas Hobbes. Als Feind der Jagenden outet er sich aber nicht. Das Wild ist der Feind: Da Schalenwild als waldvernichtende Schädlinge, dort der Luchs als schleichender Konkurrent. Dabei ist das Thema Wald und Wild seit mindestens 50 Jahren „in aller Munde“ und Gegenstand eines perpetuierenden Streits zwischen Forst und Jagd, bei dem es hauptsächlich um Machtpolitik geht. Es ist zwar richtig, dass die Jagdstrecken gestiegen sind; es sollte aber nicht unerwähnt bleiben, dass auch der Waldflächenanteil in Österreich gestiegen ist. Wildlebensräume oder Wildschutzzonen werden Wildtieren hingegen aufgrund invasiver Nutzungsinteressen immer weniger zugestanden. Zuletzt: Es ist unethisch und tierschutzrelevant, die Schusszeiten zu verlängern. Zum jetzigen Zeitpunkt tragen die meisten weiblichen Tiere einen Fötus in sich. Der vernünftige Grund, Tiere zu töten, fehlt hier meines Erachtens. Es ist nicht einzusehen, warum ökonomische Interessen stets mehr Gewicht haben sollten als Leben. Darüber hinaus leben nicht nur Schalenwildarten im Wald. Es sollte für alle Wildtiere spätestens zur Wintersonnenwende Ruhe sein. Das funktioniert in anderen Gegenden gut, aber dazu braucht es offensichtlich noch mehr als nur Menschlichkeit.

Ulrike Schmid,

Götzis