Kehrseite der

Leserbriefe / 30.01.2020 • 18:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

E-Mobilität

Zum Leserbrief „Kehrseite der Medaille der E-Mobilität“ von Elmar Zint, VN vom 28. 1. 2020:

Den angeführten Argumenten betreffend Lithium-Gewinnung für die derzeit verwendeten Batterien kann ich voll zustimmen. Auch ist das Recycling in Europa flächendeckend nicht verfügbar. Dafür haben wir noch Zeit. Das scheint mir jedoch eine ähnliche Argumentation wie bei der Endlagerung der Brennstäbe aus den Kernkraftwerken. Nach 2000 Aufladungen fällt der Energiegehalt einer Traktionsbatterie erfahrungsgemäß auf rund 70 Prozent der ursprünglichen Kapazität ab. Die Weiterverwendung als Stromspeicher im Haushalt lehnt zum Beispiel ein deutscher Hersteller als illusorisch ab. Ein Austausch nach etwa acht Jahren wird wohl wirtschaftlich nicht in Frage kommen. Das wird den Wiederverkaufswert des Altwagens gegen Null sinken lassen. Also Export und Verlagerung des Recyclings in Entwicklungsländer. Der zusätzliche Stromverbrauch und damit Ausbau der Netze wird uns alle als Stromkonsumenten weiter belasten. Schlauer ist da die Hybridkonzeption zur Entlastung der Innenstädte. Keine zusätzliche Stromtankstelle und nur eine kleine Batterie, da sie ja nicht für eine hohe Reichweite konzipiert werden muss. Seit 20 Jahren gibt es diese anfangs belächelte, zwischenzeitlich ausgereifte Technik, und sie wurde von einem führenden Hersteller mehr als elf Millionen Mal produziert und verkauft. Die Batterie hat dabei nicht 800 kg, sondern nur 34 kg und ist, dank ausgeklügeltem Batteriemanagement, da nicht voll belastet, auf über 15 Jahre garantierte Lebensdauer ausgelegt.

Robert J. Bösch,

Lustenau