Baurohstoffversorgung in Vorarlberg

Leserbriefe / 11.02.2020 • 18:04 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wenn man den Ausführungen der VP-Politiker im Landtag am 5. 2. 20 folgt, muss man sich die Frage stellen, ob diese nur unseren Wirtschaftern hörig sind oder ob sie als Politiker auch die Interessen der Bürger vertreten. Es ist davon auszugehen, dass den ebenfalls wirtschaftsorientierten Stadtvertretern in Hohenems und Dornbirn die Entscheidung einer „einstimmigen Ablehnung“ der Steinbrucherweiterung in Hohenems nicht leichtgefallen ist. Dennoch haben sie den Geist der Zeit am Standort Unterklien erkannt und stellen sich hier nach Prüfungen überparteilich geschlossen hinter die Bürger, den Wasser- und Landschaftsschutz und gegen dieses an diesem Standort grob fahrlässige Projekt. Die Sicherheit der Menschen in diesem instabilen Gebiet kann kein Experte garantieren – und das können schon gar nicht die Vertreter im Landtag. Einen geschützten Landschaftsteil und ein Wasserschutzgebiet dem Abbau einer begrenzten Ressource zu opfern, bringt einem einzelnen Vorarlberger Wirtschaftstreibenden kurzfristig höhere Umsatzzahlen – abgesehen davon ist es schlichtweg kurzsichtig für ein Bundesland, das für seine Bemühungen um Nachhaltigkeit bekannt ist. Wenn hier VP-Mitglieder im Landtag behaupten, sich mit der Situation in Hohenems-Unterklien beschäftigt zu haben, dann beziehen diese sich wohl nur auf die Ausführungen des Projektwerbers und haben sich in keiner Weise mit unabhängigen Experten oder den direkten Anwohnern über die Situation unterhalten.

Harald Hagen,

Hohenems