Strapazierte
Wissenschaft

Leserbriefe / 13.02.2020 • 18:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Kommentar „Gesetzeskonform“ von Harald Walser, VN vom 10. 2.:

Herr Walser argumentiert in seinem Kommentar, dass viele Faktoren dazu führen, dass Kinder aus besserem Haus von ihren Lehrkräften bei gleicher Leistung unbewusst tendenziell besser benotet werden. Ist das Wissenschaft oder Esoterik, dass dieselben Lehrkräfte, die bei Ziffernoten unbewusst tendenziell benoten, verbal (wunderbarerweise) objektiv benoten? Das Thema Wissenschaft in diesem Zusammenhang ist sowieso interessant. Kreisky hat seinerzeit schon wissenschaftliche Expertisen verspottet, wohl im Wissen, dass er für jede Richtung den Wissenschaftler findet, der ihn bestätigt. Ein Beispiel von Wissenschaft liefern derzeit ja die FPÖ und ihre Historiker. Wahrscheinlich ist die Behauptung von Walser – „die negativen Auswirkungen verpflichtender Ziffernnoten sind durch viele Studien belegt“ – erst in diesem Zusammenhang nachvollziehbar. Geradezu absurd scheint mir, dass für Analphabeten (PISA-Studie) die verbale Beurteilung hilfreich sein soll. Eltern und Kinder können zwar nicht verstehen, was im Zeugnis steht, dafür sind aber alle froh über das, was im Zeugnis steht.

Anton Thurnher, Dornbirn