Infiziert ist nicht gleich krank

Leserbriefe / 21.07.2020 • 19:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Das Gesundheitsministerium setzte vorige Woche noch Corona-Infizierte mit Corona-Erkrankten gleich. Eine glatte Unwahrheit, wie in der TV-Diskussion „Talk im Hangar 7“ nachdrücklich festgehalten werden konnte. Heute lese ich gleich Lautendes in Vorarlberger Printmedien. Das irritiert, denn infiziert ist nicht gleich krank. Man kann infiziert sein, sich pudelwohl fühlen und die Krankheit bricht nie aus. Nichts passiert. Deeskalation durch sprachliche Korrektheit. Ein Muss. Es wäre erstaunlich, würden sich die reflexionsstarken und selbstbewussten Vorarlberger nicht allmählich dagegen wehren. Gegen sprachlichen Schlendrian und gegen die tägliche Angstkeule. Insbesondere aber gegen das weitere Außerkraftsetzen verfassungsrechtlich verankerter Grundrechte.

Gesundheitsrisken sind managebar, ebenso das Virus, wie Dr. Martin Sprenger (Mediziner) betont. Ein Gesundheitsrisiko wie viele andere. Etwa Nikotin. An Nikotin induzierten Erkrankungen, sterben jährlich rund 15.000 Menschen. Aber Tabakkioske waren angeblich verpflichtet, im Shutdown täglich vier Stunden offen zu halten! Jetzt sind Nüchternheit und Unaufgeregtheit angebracht. Man weiß genug für angemessenes Risikomanagement. Gerade Vorarlberg beweist eindrucksvoll sein Managementgeschick in zahlreichen Bereichen. Schön wäre, wenn sich das Ländle auch in dieser Frage hervortun würde. Als Hidden Champion der Deeskalation, des Mutmachens und des angstfreien Miteinanders, damit die sicher kommende Influenzazeit zu keiner neuen Hysterie-Welle führt.

Angelika Mayrhofer-Battlogg,
St. Anton im Montafon

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