Pronto Moda – Corona – Tanti Soldi

Leserbriefe / 22.07.2020 • 19:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In dem Artikel „Das Verhängnis von Bergamo“ rätselte kürzlich ein Journalist darüber, warum das Coronavirus ausgerechnet in Oberitalien so gewütet hat – und findet keine Erklärung. Er sollte „Pronto Moda“ googeln: Zigtausende Chinesen arbeiten zu billigen Schandlöhnen für die italienischen Nobelmodemarken (made in Italy). Nach dem Heimatbesuch zum chinesischen Neujahrsfest haben sie dann das Coronavirus mitgebracht. Der Rest ist Geschichte! Ähnliches hat sich im Fleischbetrieb Tönnies in Sachsen wiederholt. Hier waren es Tausende Osteuropäer, die in einem Fleischkonzern (!) beschäftigt sind. Es geht dabei nicht nur um eine Virusverbreitung mit katastrophalen Folgen, sondern auch darum: Es handelt sich hier um moderne Sklaverei, mitten im Europa des 21. Jahrhunderts! Die grenzenlose Macht der Großkonzerne macht es möglich, dass sie unter Umgehung aller Bestimmungen Tausende Leute aus fernen Ländern zu Dumping-Löhnen beschäftigen. Mit den Billigprodukten konkurrieren sie dann die klein- und mittelständischen Betriebe in den Ruin und konterkarieren jedwede Bemühung um lokale Kreisläufe und Nachhaltigkeit. Als Dank dafür offerieren unsere EU-Politiker ein Geldgeschenk von 380 Milliarden Euro. Mehr als 1000 Jahre lang täglich 1 Million Euro! Wen kümmerts? Man echauffiert sich hierzulande lieber über ein paar Kälbertransporte, unwissend wie der eingangs zitierte Journalist.

Dr. Norbert Greber,
Schwarzach

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