Ischgl als Coronadämon?

Leserbriefe / 30.11.2020 • 19:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es ist schon faszinierend, für wie dumm die herrschende politische Zunft das Volk hält. Sich jetzt am Fall „Ischgl“ abzuputzen, ist ja wohl das Letzte. Auch wenn hier in Tirol Fehler passiert sind, ist dem feiernden Partyvolk nicht die Eigenverantwortung abzusprechen, denn die Bilder aus dem nahen Bergamo waren damals schon bekannt. Was wäre, wenn das Virus sechs Monate später nach Europa gekommen wäre? Die Hotspots hießen dann Ibiza, Adria, Mallorca und Kroatien. So schaut‘s aus, Hr. Söder. Im Sommer bettelten die Italiener um Urlaubsgäste aus Deutschland, heute wollen sie, dass die Skigebiete geschlossen bleiben. Die Werbung um die Sommerurlauber war groß und ähnelte eher einer „Schlacht am kalten Buffet“. Am Ende gab es Hotspots in Kroatien, und auf Mallorca mussten die Spanier nach zwei Tagen den Ballermann schließen, weil die deutschsprachigen Gäste nicht mehr wussten, wie sie sich aufzuführen hatten. Die von dort eingeschleppten „Corona–Positiven“ wurden uns wohlweislich verschwiegen. Was zeigt dieses Europa in diesen Zeiten doch für ein jämmerliches Bild. Das Friedensprojekt in Brüssel erblasst soeben vor den Streitigkeiten der Mitgliedstaaten, welche voller Neid und Missgunst sind. Der groß verkündete Zusammenhalt Europas zerbröselt in diesen Zeiten vor den Augen der ganzen Welt.

Baur Günther,

Bregenz

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