Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit

Es geht nicht nur um Sprit und Emissionen, sondern auch um Rohstoffe. Deswegen sollen Klimaschutz und Ressourcenverbrauch zusammengedacht werden. In der verkehrspolitischen Debatte bleiben die sozialen, ökologischen und menschenrechtlichen Kosten des Abbaus von Rohstoffen für die Autoindustrie nach wie vor außen vor. Allein der Bedarf an Metallen ist beachtlich: In jedem Pkw stecken mehrere Hundert Kilogramm Aluminium und Stahl. Beide Metalle machen den mit Abstand größten Anteil an den sogenannten Konstruktionswerkstoffen aus. Ihre Herstellung ist allerdings äußerst energieintensiv. Zugleich ist der Abbau der Erze verbunden mit Verletzungen der Menschenrechte und mit Umweltverschmutzungen verbunden. Die Produktion erfolgt oft dort, wo die menschenrechtlichen, sozialen und ökologischen Standards am niedrigsten sind. Der gesamte Fuhrpark in Österreich muss kleiner werden – nicht nur von der Stückzahl, sondern auch von der Größe (Stichwort SUV) her. So wird nicht nur der Bedarf an fossilen Treibstoffen sinken, sondern auch der an anderen Rohstoffen. Egal ob beim Eisenerz, Bauxit, Kupfer, Lithium, Kobalt oder Nickel – Die zahlreichen Problemfälle fallen oft unter den Tisch, wenn die Geschäfte von Autokonzernen betrachtet werden. Der verantwortungsvolle Rohstoffbezug sollte von Bedeutung sein. Die Metalle verursachen auch einen erheblichen Anteil der CO2-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Autos
Arnold Ammann,
Bludesch